Auepodcast

Florian Dawin, Martin van Elten

Folge 95: 96 Ade

06.04.2026 72 min Florian Dawin, Tobias Düsterdick, Martin van Elten

Zusammenfassung & Show Notes

96 Ade – Rolle rückwärts im Erzgebirge

Am 1. April heißt es noch, Michael Tarnat werde die Kaderplanung für die kommende Saison mitgestalten – nur vier Tage später legt er sein Amt nieder. Offiziell wegen unterschiedlicher Auffassungen in der sportlichen Ausrichtung.

Mit der Freistellung von Trainer Dabrowski und Co-Trainer Fuchs folgt die nächste große Personalrochade. Die Hannover-96-Connection ist Geschichte. Stattdessen übernehmen nun zwei Ex-Auer: Khvicha Shubitidze und Enrico Kern führen interimsweise die sportliche Leitung.

Wir diskutieren das Aus von Dabrowski, Fuchs und Tarnat in Aue. Außerdem blicken wir auf das erfolgreiche Sachsenpokalspiel in Lichtenstein sowie die desaströse Heimniederlage gegen Hoffenheim II zurück.

Hört rein!

Links:

Transkript

Hallo und willkommen zum Aue-Podcast. Heute mit Feuer 95, heute wieder mit mir Martin. Hi und Florian.
Florian Dawin
00:00:18
Glück auf zusammen.
Martin van Elten
00:00:20
Ja und Tobias müssen wir leider entschuldigen, wir nehmen nämlich heute kurzfristig auf, kurzfristig mit einer Sonderfolge. Ihr habt es ja wahrscheinlich schon alle mitbekommen. Christoph Dabrowski ist nicht mehr Cheftrainer des FC Erzgebirge Aue. Genauso Michael Tarnath, nicht mehr Sportdirektor, beide freigestellt oder jetzt in Trennung befindlich. Und natürlich sprechen wir darüber gleich. Aber Florian, wir fangen erst mal mit etwas Religiösem an. Diese Woche ist ja die sogenannte Heilige Woche. Und ja, in vielen Ländern ist das ja eine Bezeichnung für die Karwoche. Die Karwoche, wo man natürlich Gründonnerstag hat und Karfreitag und auch den Karsamstag. Und natürlich, was fällt hier auch direkt an bei Heiliger Woche?
Florian Dawin
00:01:00
Bei der Heiligen Woche fällt mir natürlich Radsport technisch die Frühjahrsklassiker in Flandersfield und Duarsdorf Landern und Tour auf Flanders, was ja heute war, ein. Und das ist für viele Belgier die Heilige Woche.
Martin van Elten
00:01:17
Ja, das ist natürlich auch ganz, ganz cool, dass man das so adaptiert. Und ja, wir gucken ja beide gerne Radsport. Was ist denn dein Lieblingsfrühjahrsklassiker?
Florian Dawin
00:01:27
Paris-Roubaix, also der, der nächsten Sonntag kommt.
Martin van Elten
00:01:30
Was macht das für dich aus?
Florian Dawin
00:01:32
Es ist ja ... 270 Kilometer ungefähr, 260 und davon sind halb 70 Kilometer Kopfsteinpflaster auf 13 Stücken und das ist für mich wirklich so Wahnsinn, wie die da über dieses Kopfsteinpflaster rüberballern mit ihrem riesen Tempo, das ist wirklich faszinierend. Also ich denke mal, wer mal jetzt da sich ein bisschen informieren will, weil er das noch nie mitbekommen hat, der sollte sich einmal nur bei YouTube, soll er eingeben, Wald von Ahrenberg und dann mal ein Clip sich da reinziehen oder Carrefour de Labre. Das ist sensationell.
Martin van Elten
00:02:12
Ich glaube auch so, das Besondere ist die Atmosphäre, dass es natürlich ein Event ist, was öffentlich zugänglich ist, was kostenlos ist und was natürlich auch einfach von seiner Atmosphäre sehr lebt. Also gerade jetzt heute bei der Ronde von Flandere, da war es einfach eine überragende Stimmung, das ist ja wie auf einem Fußballplatz. Also in Belgien ist das ja glaube ich auch so in Flandern das größte Ding des Jahres, in der Wallonie ist dann eher noch das V1-Rennen in Spa das größere Ding. Aber das ist einfach so ein Volksfest, auch gerade in den Niederlanden gibt es ja auch dann in zwei Wochen Amstel Gold Race, da freue ich mich auch schon sehr drauf und das ist schon überragend. Ein bisschen schade, dass in Deutschland so die Radsport-Tradition nicht besteht, wobei es natürlich auch die Friedenspart gerade in Ostdeutschland gab, als alten DDR-Klassiker und das ja auch so ein richtig kulturelles Event auch ist, wo es ja jetzt auch letztes Jahr eine Neuauflage gab rund um Chemnitz, weiß nicht, ob du das mitbekommen hast.
Florian Dawin
00:03:11
Ja doch, das habe ich über den Instagram-Feed von Jan Ullrich mitbekommen, der ja da auch eine Etappe oder mehrere Etappen als Schirmherr begleitet hat.
Martin van Elten
00:03:21
Genau, die Etappe nach Chemnitz.
Florian Dawin
00:03:23
Das ist wirklich schade, dass das hier nicht so ist. Ich bin ja auch da sehr großer Fan von und war ja auch letztes Jahr bei Paris-Roubaix und vor Ort. Und das ist eben das Besondere, dass es umsonst ist. Man kann dann da an den Rand fahren und auch vor bei der Team-Präsentation kommt man den Fahrern sozusagen hautnah, kann auch noch ein Foto schießen, wenn man nett fragt. Das ist eine ganz eigene Atmosphäre. Und jetzt auch bei der Ronde von Flandern haben sie jetzt ja auch teilweise die Veranstalter vom Tomorrowland mit ins Boot geholt, diesem großen Techno-Elektro-Festival. Und es ist halt wirklich wie so eine Party, ja, Kirmes.
Martin van Elten
00:04:05
Auf jeden Fall ein mega cooles Event und jeder, der mal in die Nähe vielleicht kommt oder mal so ein Wochenende im Frühjahr machen will oder natürlich auch im Sommer zur Tour de France nach Frankreich fahren will, kann man glaube ich allen Sportbegeisterten empfehlen, gerade wenn ich auch ein bisschen die Lust an Sport vergangen ist auf Grundlage von unserem Verein. Ich glaube, das ist eine schöne Abwechslung mal. Ja, Florian, wir sind natürlich jetzt nicht nur hier, um schöne Sachen zu besprechen, wie jetzt heute die Ronde von Flanderen. Wir müssen auch darüber sprechen, was es für Entscheidungen gab nach der 3 zu 5 Heimliederlage gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim 2. Ich glaube, heute sind wir alle mit Überraschungen aufgewacht. Beziehungsweise mittags kam ja dann die Mitteilung, dass es einen sportlichen Wechsel gibt. Der Vorstand hat nach dem erschreckenden Auftritt im Heimspiel die Konsequenzen gezogen. Der Cheftrainer Christoph Dabrowski und Co-Trainer wurden im persönlichen Gespräch mit sofortiger Wirkung entbunden. Ausschlaggebend waren die Entscheidungen, vier Entscheidungen waren die sportlichen Leistungen der vergangenen Rückrunde ohne Sieg und mit nur zwei Punkten aus neun Spielen unter Regie. Und es gab wohl Meinungsverschiedenheiten mit Tarnath, der dann in der Konsequenz mit seiner enttäuschenden Bilanz, wird der jetzt zitiert, das Erzgebirge verlässt. Und es übernehmen jetzt für die restliche Saison der Nachwuchsleiter Xavi Schubitice und Enrico Kern zwei ehemalige bekannte Zweitligaspieler für uns. Und die werden in der Kaderplanung von dem neuen Chef-Scout Steffen Ziffert unterstützt und haben dann die Verantwortung mit dem Sportvorstand Jens Haustein. Ich glaube nochmal als Vorgeschichte muss man auch sagen, dass am Mittwoch war es glaube ich ja auch die Entscheidung war, dass man die Kaderplanung auch in die Hände von Michael Tarnath geben wollte. Da hat er dann eine Mitteilung auch gemacht, dass Steffen Ziffert neuer Chef-Scout ist und die Nachfolge von Mirko Reichel antritt, der aus gesundheitlichen Gründen leider ausscheidet. Aber was ich an der Entscheidung schon so komisch fand, es wurde nicht klar kommuniziert, ob das dann auch für die nächste Saison gilt oder ob die dann nicht im Sommer dann auch gehen müssen. Ich weiß nicht, wie hast du es insgesamt wahrgenommen?
Florian Dawin
00:06:30
Ich finde das in seiner Entstehung eine sehr komische Kommunikation und du hast die Chronologie ja schon angerissen. Es ist halt seltsam, dass man dann sagt, die sollen jetzt... Dann den Kader für die nächste Saison planen, aber wir wissen noch nicht, ob sie dann auch verantwortlich sind im nächsten Spieljahr. Das ist ja irgendwie ganz komisch, weil ich meine, jeder ist an seinen Arbeitsvertrag gebunden und wird da ja möglichst gut und professionell arbeiten. Aber jeder, der mal in der Situation war, dass er einen beruflichen Wechsel hatte, der weiß ja, dass dann, wenn man eben Entscheidung fällt für nach seinem Vertragsende, dass man da ganz anders arbeitet, dass man da schon durchaus anders rangeht und ja dann auch gar nicht mehr unbedingt die Konsequenzen vor Augen geführt bekommt von seinen Entscheidungen. Und ja, das war für mich sehr seltsam, dass man das so gemacht hat. Eigentlich hätte man dann meiner Meinung nach auch sagen müssen, okay, Michael Tarnath, Steffen Ziffert, Schubidice übernehmen das, Jens Haustein und sind dann auch im Spieljahr 2026, 2027 für die Planung zuständig.
Martin van Elten
00:07:52
Ja, also erstmal, das ist das Grundsätzliche, aber es passt natürlich in den Schlingerkurs, den es schon jetzt über Monate gibt, dass man auf der einen Seite sagt, ja, wir wollen jetzt was komplett Neues, wir wollen jetzt den, wir holen erst Lars Fuchs, der holt dann Tarnat und Tarnat holt Trabowski, die sich alle aus Hannover kennen und die Hannover Connection ist jetzt das, was uns retten soll. Und man stellt jetzt aber fest, oh, wir sind jetzt so kurz vorm Abgrund. Es gibt keine Argumente mehr, mit ihnen weiterzumachen. Weil das ist doch die Frage, die mir jetzt heute stellt. Was hat denn nach so einer Leistung wie am Samstag überhaupt noch für das Duo oder das Trio, wie man es auch immer sieht, was hat denn überhaupt noch für die aktuellen sportliche Führungen gesprochen?
Florian Dawin
00:08:45
Das ist eine sehr gute Frage, die aber man eigentlich auch schon auf zwei, drei Spieltage zuvor werfen kann und sagen kann, was hat denn eigentlich dafür noch gestimmt, dass man nach einem Heimspiel gegen Aachen oder auch einer sehr enttäuschenden ersten Halbzeit bei Rot-Weiß-Essen noch weiter an diesem Team festgehalten hat. Also im Trainerteam kann man vielleicht noch ein Argument finden, aber ich hätte ehrlich gesagt gedacht, dass man dann auch schon Mitte März sagt, also mit dir, Michael Tarnert, geht es leider nicht weiter. Wir suchen uns eine andere Lösung. Und ja, das war dann auch für mich so ein bisschen. Jetzt hat man dann Steffen Ziffert dazu geholt. Man hat Schubidize, wollte man mit reinnehmen, Haustein, also vier Leute, wo wieder vier Leute verschiedene Meinungen haben und am Ende vielleicht für gewisse Leute, Entscheidung für Spieler oder eben für, ja, dass man keine Spieler bekommen hat, bestimmte Spieler bekommen hat, keiner die für Verantwortung übernimmt.
Martin van Elten
00:09:53
Geht es aber nicht vielleicht auch einfach darum, die Verantwortung jetzt nochmal nachträglich zu vermitteln? Sozusagen zu verteilen, dass der Vorstand dann immer sagen kann, ja wir haben ja alles probiert, aber es hat mit dem nicht funktioniert und mit dem nächsten nicht und eigentlich ist ja vielleicht die grundsätzliche falsche Entscheidung, dass man Jens Hertel festgehalten hat, mehrmals, also jetzt ja nicht nur im Dezember, sondern ja auch schon im September, wo klar war, dass das mit, Jörg Emmerich vielleicht nicht passt, wo auch vielleicht klar war, dass es mit Matze Heidrich nicht passt und Und ja, mal zu halte ich kann man natürlich auch dann, noch muss man ja auch noch in die Verantwortung für den Kader nehmen, dass der Kader vielleicht nicht rund war, dass die Spieler vielleicht nicht gut genug sind und dass man sich vielleicht ein bisschen naiv darauf verlassen hat, dass Marcel Bär irgendwann wieder gesund ist.
Florian Dawin
00:10:42
Ja, oder vielleicht ist es auch einfach jetzt nochmal der Impuls, dass man sagt, okay, da geht es jetzt nicht weiter, also was ist nicht weiter, da verbessert sich jetzt nichts, jetzt sind wir uns wirklich klar darüber, dass wir diese Aufholjagd nicht mehr starten können nach diesem Spiel und jetzt versucht man wieder sich so auf die alten Tugenden, die Wismut-DNA und mit Schubiditze, einen alteingesessenen Spieler, der nun eben Trainer, den Trainerschein hat erstmal, aber auch Kompetenzen in dem Bereich hat, dass man wieder an vergangene Jahre anknüpft und die Leute, die damals in Verantwortung waren, wieder zurückholt und die sich dann auch mit dem, besser mit der Regionalliga Nordost auskennen, in die wir ja jetzt absteigen werden und wo wir ja auch Scouting-technisch bestimmt die Spieler herbekommen müssen. Wir werden ja Spieler aus der Region irgendwie bekommen. Wir werden ja kaum noch Spieler irgendwie aus dem Westen großartig bekommen oder aus dem Süden. Gibt es ja auch für die Spieler keine Argumente dann hier hin zu wechseln.
Martin van Elten
00:11:48
Ist das Folklore oder ist das... Und geht es auch wieder darum, dass man es dem Tarnath nicht zutraut. Also ich zum Beispiel hätte mich jetzt gefragt, also hätten wir jetzt am Mittwoch aufgenommen, welche Kompetenz hat denn Tarnath im Bereich der Regionalliga Nord-Ost? Ich meine, dieses Ost-West-Ding ist nochmal eine andere Sache, aber er hat doch einfach auch nicht auf dem Niveau der vierten Liga gearbeitet, genauso wenig wie auf dem Niveau der dritten Liga. Er war halt im Nachwuchs bei Hannover 96 vor ein paar Jahren und weiß ich nicht, was er danach gemacht hat. Man schreibt ihm natürlich immer ein Netzwerk zu, weil es natürlich auch ein guter Spieler war und er natürlich auch ein ehemaliger Nationalspieler ist, also sicherlich ein Fußballfachmann, aber so aus meiner Sicht sind halt die Mannschaften erfolgreich in der Regionalliga Nordost, die auch den Markt irgendwie kennen und die natürlich auch wissen, welche Spieler sind hungrig, welche Spieler können vielleicht nochmal einen Sprung machen, kennen auch die Liga, können auf dem Niveau mithalten. Weil wir haben ja normalerweise immer Spieler geholt, die vielleicht sogar eine Liga oder zwei niedriger gespielt haben. Aber jetzt werden wir ja wahrscheinlich auch einfach vermehrt auf Regionalligaspieler setzen, die halt auch gestanden sind. Alleine, wenn man jetzt auch das Budget dafür hat, gute Regionalligaspieler halt zu bezahlen. Ja, ich weiß es nicht. Also ich würde schon die erste Entscheidung diese Woche infrage stellen. gerade in der Kombination dass der Kurs natürlich jetzt sehr schlingerhaft aussieht.
Florian Dawin
00:13:31
Wir spekulieren ja jetzt ja immer nur und du hast ganz recht, wir brauchen jemanden, der sich mit der Regionalliga Nordost auskennt, die Spieler, die wir dafür brauchen. Vielleicht hat man auch mittlerweile so in den letzten zwei, drei Wochen schon intern gesehen, dass Michael Tarnath nicht so ganz mit den perfekten Ideen da um die Ecke kam oder wo dann der Vorstand oder der Aufsichtsrat oder auch der Ehrenrat vielleicht, wenn sie schon involviert waren in bestimmte Prozesse, gesagt haben, ja, damit willst du jetzt in der Regionalliga Nordost was reißen. Das wird nichts. Ich könnte mir einfach vorstellen, dass da auch in diesem ganzen Bereich des Vorstands, des Aufrichtsrats sehr unterschiedliche Meinungen waren. Es aber noch kein Übergewicht dafür gab, dass man sagt, wir beenden jetzt schon die Personalie Michael Tarnert, denn man hat ihn ja auch geholt. Irgendwer oder irgendwelche Leute haben sich ja im Dezember dafür ausgesprochen, ihn zu verpflichten und vielleicht ist jetzt einfach wirklich klar geworden, das wird nichts mehr und haben sich die Gewichtverhältnisse im Vorstand, im Aufsichtsrat, in den entscheidenden Gremien eben dann verändert.
Martin van Elten
00:14:50
Du sagst das ja wieder, die Gremien. Ich finde es dieses Mal bemerkenswert, dass in der Mitteilung explizit der Vorstand drinsteht. Der Vorstand will sich als handelnde Person, glaube ich, darstellen. Also ist ja auch richtig, haben wir ja auch besprochen, dass der Aufsichtsrad ja eigentlich für die längeren Linien verantwortlich ist. Und wir hatten ja auch in der Vergangenheit kritisiert, dass das Referieren auf die Gremien dazu führt, dass nicht klar ist, ob das jetzt der Vorstand oder der Aufsichtsrat ist und noch weniger klar ist, welche Personen das in den Gremien denn sind. Und ich finde auch, zumindest ist in der aktuellen Mitteilung klar, dass es um den Vorstand geht und vor allen Dingen um den Sportvorstand Jens Haustein, der sich damit ja auch sozusagen die Verantwortung anreißt, die er ja auch hat. Also das finde ich schon mal gut, aber klar, wir spekulieren jetzt, aber man könnte es durchaus so interpretieren, dass man sich Mitte der Woche nicht eingestehen wollte, es klappt vielleicht mit Tarnat nicht, aber man ist jetzt durch die sportlichen Entwicklungen halt so unter Handlungsdruck, dass man auch keinen mehr verkaufen kann, dass der bleibt, bleiben sollte.
Florian Dawin
00:16:07
Ja, ich glaube, das ist ein Prozess und dieser Prozess ist jetzt scheinbar am Ende seiner Negativspirale, aber zumindest haben wir jetzt diesen Prozess beendet im Sinne, dass er, Michael Tharnath, eben nicht mehr weiter bei uns arbeiten wird. Und dann können wir eigentlich nur hoffen, dass die Leute, die jetzt die Kaderplanung für nächstes Jahr übernehmen, wirklich gute Entscheidungen treffen. Denn wir brauchen nächstes Jahr eine gute Mannschaft. Wir können uns nicht, oder eigentlich wollen wir so schnell wie möglich aufsteigen wieder in die dritte Liga. Denn wir wissen alle, wenn alle Vereine, die länger in der Regionalliga drin bleiben, da muss man dann finanziell sehr schnell sehr weit runterfahren. Und viele Vereine kämpfen da ums finanzielle Überleben.
Martin van Elten
00:17:00
Lass uns nochmal auf die Rückrunde sportlich blicken. Ich glaube, die Ausgangslage war natürlich mehr als schwierig. 20. Spieltag, man hat direkt bei Hansa in der Nachspielzeit verloren. Da wurde vielleicht auch noch vieles übertüncht davon, dass das Ergebnis natürlich unglücklich war, aber natürlich auch null Punkte. Dann hatte man das blutleere Spiel gegen den SSV Ulm, 0 zu 3 zu Hause, da hat auch noch P-Pitch ein Tor gemacht und dann eben das 1 zu 3 in Havelsevoj, wo wir ja auch anwesend waren und damit hatte man ja schon zwei Sechspunkte-Spiele verloren. Dann kam Christoph Dabrowski, holt ein 0-0 gegen Saarbrücken, wo man natürlich auch sicher hätte gewinnen müssen und ein 2-2 gegen Fortuna Köln. Und seitdem sind wir punktlos.
Florian Dawin
00:17:55
Ja, das ist halt eine niederschlagende Bilanz. Das ist rein von den Punkten niederschlagend. Das ist, wenn man so in jedes Spiel reinguckt und sich daran erinnert, gibt es immer Situationen, wo man denkt, das kann ja nicht sein. Minus Pepe schießt ein Tor. Gut, das ist jetzt eine andere Sache, aber da fällt mir gleich die rote Karte für Ryan Malone ein. Havelse, wir führen 1-0 zur Halbzeit, richtig, ne? 1-0.
Martin van Elten
00:18:21
Da war ja noch nicht Training, ja.
Florian Dawin
00:18:22
Ja, aber so vom, und dann lassen wir uns das Spiel, geben wir das Spiel ab, also durch leichte Tore. Saarbrücken wirklich nicht doll gespielt, Viktoria Köln auch erst hinten gelegen und auch glücklich, sag ich mal, zurückgekommen, den Rückstand aufgeholt. Osnabrück gleich, auch wenn Osnabrück natürlich jetzt auch einfach alle Spiele holt, aber du kannst in viele Spiele einfach hier reingucken und du hast immer individuelle Fehler, immer Dinge, wo du denkst, das kann nicht sein. Die erste Halbzeit gegen Essen, wo die Mannschaft gefühlt nicht auf dem Platz stand und froh sein kann, dass sie noch das 3-1 mit quasi mit dem Halbzeitpfiff, schießt und dadurch überhaupt erst die Möglichkeit hatte, wieder ranzukommen, Das ist niederschlagend und einfach eine Katastrophe.
Martin van Elten
00:19:08
Aber wo ist der Anteil vom Trainer? Könnte man ja ketzerisch fragen.
Florian Dawin
00:19:13
Das ist immer eine schwere Frage. Ich denke, dass er schon viele Dinge versucht hat. Aber auch, dass Ruder nicht mehr rumreißen kann. Natürlich steht die Mannschaft da auch in der Verantwortung. Wir haben ja oft genug über Führungsspieler gesprochen, die wir im Moment nicht haben. beziehungsweise die im Moment in vielen Spielen einfach in der Krise sind. Aber man hat sich natürlich auch oft von Christoph Dabrowski, der ja ein ganz anderes Auftreten hat als Jens Hertel. Jens Hertel ein sehr ruhiger Zeitgenosse, Christoph Dabrowski ein sehr aufbrausender Zeitgenosse. Aber irgendwie hat das auch nicht gefruchtet.
Martin van Elten
00:19:58
Ja, ich meine natürlich eine Bilanz. Zwei Punkte in neun Spielen sind 0,22 Punkte. Ist mit Abstand der schlechteste Trainer natürlich in den letzten Jahren. Sogar schlechter als Thomas Letsch, weiß ich nicht, wahrscheinlich. Thomas Letsch hat ja kein Ligaspiel gemacht. Doch, oder eins, weiß ich gar nicht mehr.
Florian Dawin
00:20:17
Eins meine ich. Egal.
Martin van Elten
00:20:19
Es ist ja auch egal. Ich würde aber sagen, vielleicht der Fehler oder einer der letzten Fehler ist, dass du jetzt natürlich das Gefühl hattest mit der Umstellung auf Dreierkette im Spiel gegen Hoffenheim, dass das auch nochmal so jetzt das Fass zum Überlaufen bringt. Also sowas, dass du das Gefühl hast, dass die Mannschaft ja, gibt es das gegen den Trainerspielen? Nein, aber dass die Mannschaft halt auch einfach ja, Auflösungserscheinungen hat.
Florian Dawin
00:20:54
Also vielleicht nochmal durch diese Umstellung nochmal deutlicher verunsichert war, weil sie selber nicht gut mit diesem System klarkamen. Vielleicht ist das die Entscheidung. Und man muss fairerweise auch sagen, natürlich hat Dabrowski auch keine Trainingslage gehabt, keine komplette Saisonvorbereitung mit. und jetzt viele englische Wochen. Aber ja, diese Umstellung ist vielleicht dann irgendwie der Tropfen auf dem heißen Stein.
Martin van Elten
00:21:23
Ja, aber das erinnert mich so wie damals das Spiel gegen Verl mit Dotschef oder das Spiel Schuster mit Paderborn.
Florian Dawin
00:21:33
3-8.
Martin van Elten
00:21:33
Das sind diese Spiele. Danach kannst du halt keinen mehr verkaufen, dass jemand in einem Amt bleibt. und da ist einfach der Druck auf dem Kessel, zu hoch. Ich meine, wir haben auch schon darüber diskutiert, in den letzten Monaten, die Leute sind vielleicht ja sogar zu wenig auf den Barrikaden. Sie nehmen es halt hin oder man hat sich dran gewöhnt. Der Abstieg wird da jetzt ein bisschen auch zu, ja, weiß ich nicht, es wäre jetzt auch übertrieben, wie man sagt, der wird zur Kenntnis genommen, aber ich finde, es ist schon nochmal deutlich ruhiger in dem Umfeld bei uns als bei anderen Vereinen, da wird die Hütte noch mehr brennen.
Florian Dawin
00:22:12
Ja, ich habe mich gestern Abend gefragt, während ich hier das Spiel Hertha BSC gegen Dynamo geguckt habe. Bei einem der beiden Vereine hätte die Mannschaft schon längst irgendwann mal nach dem Spiel das Trikot abgeben müssen, symbolisch vor der Fankurve. Was ich jetzt auch nicht für gut halte. Ich weiß nicht, welche Effekte das haben soll. Aber es hat irgendwo in dieser Saison der richtige Weckruf gefehlt. Und da sind natürlich Entscheidungen gefällt worden mit Lars Fuchs, mit Matze Heydrich, beziehungsweise er hat die Entscheidung selber in die Hand genommen. Aber an diese Entscheidung sind alle irgendwie nach hinten losgegangen, sind alle ins Negative gefallen. Keiner von dem hat einen positiven Effekt gebracht. Und ich weiß nicht, ob davon aus dem Fan-Umfeld oder aus dem Sponsoren-Umfeld oder aus dem direkten Vorstand, Ehrenrat, Aufsichtsrat irgendwo nochmal, es hätte lauter sein müssen. Bei einigen können wir es ja auch noch spekulieren. Aber, Irgendwie ist der Eindruck halt rückwirkend so, dass man sich so eingeschlichen hat und gesagt hat, wir arbeiten hier ruhig weiter.
Martin van Elten
00:23:19
Es legt so eine Schwere über dem Verein.
Florian Dawin
00:23:22
Ja, das ist so Schwere.
Martin van Elten
00:23:24
Ich finde das komisch. Ich kann ja auch keinem erklären, was ist der Einfluss von diesem Fahnenklau. Aber zum Beispiel sowas, das wirkte natürlich schon, also zu der Zeit, als es natürlich passiert ist, da lief es bei der Mannschaft ja auch noch besser, aber man könnte auch das Gefühl haben, dass teilweise die Verunsicherung von außen auch so ein bisschen auf die Mannschaft übertragen wurde. Ich will jetzt nicht sagen, ich sage jetzt nicht Fans sind dafür verantwortlich, aber zumindest in anderen Situationen hätte es von außen eine positive Verstärkung gegeben und so gab es über weite Teilen der Saison halt eine negative Verstärkung und als man dann wieder bereit war irgendwie zusammenzustehen, dann war man ja schon auch so ein bisschen an Boden. Also zum Beispiel mit dem Negativ-Ausfällen, natürlich auch mit dem Havelse-Spiel, wo sich die Leute dann gegenseitig angepöbelt haben.
Florian Dawin
00:24:25
Ja, das ist ganz schwierig zu beschreiben, wo es in dieser Saison so gehakt hat. Natürlich ist auch die Mannschaft in der Verantwortung. Aber das ist jetzt schwierig, darüber zu spekulieren, nachzudenken. Eigentlich muss man jetzt erstmal für die nächsten sieben Spiele sind es noch. Sieben Spiele sind es noch. Das klare Ziel ist ja vom Vorstand vorgegeben, im Sachsenpokal gewinnen, um den DFB-Pokal zu erreichen. Und man muss sich vernünftig aus der Sieger verabschieden. Und dazu heißt es jetzt erstmal, vernünftige Auftritte wieder, überhaupt mal einen Sieg holen. Denn, das habe ich glaube ich schon vor zwei, drei Folgen gesagt, nichts wäre das Schlimmste, als wenn wir da am letzten Spieltag noch gegen Schweinfurt in Schweinfurt, ohne Sieg in der Rückrunde stehen und dann auch noch bei Schweinfurt unentschieden spielen oder verlieren und dann absteigen. Das wäre peinlich ohne Ende und wir müssen ja eine Aufbruchsstimmung, jetzt irgendwie eine gewisse positive Stimmung irgendwie kreieren, um dann in die nächste Saison zu blicken. Und auch Spieler, also wir müssen den Verein ja auch für Spieler attraktiv machen.
Martin van Elten
00:25:41
Ich würde nochmal mit dir zurück zu den Gremien wollen. Wer hat denn aus deiner Sicht die größte Verantwortung an der Misere?
Florian Dawin
00:25:49
Tja, Sportvorstand und Präsident. Also Schlesinger und Hausten würde ich jetzt mal einfach, das sind die Leute, die ja am Ende die Entscheidung eigentlich tragen müssen. Meine Entscheidungsgewalt haben. Nach außen auch diejenigen sind, die halt meistens kommunizieren. Wir erinnern uns noch an den Auftritt von, Schlesinger, den du ja auch ein bisschen kurios fandest.
Martin van Elten
00:26:15
Du meinst nach dem Spielen gegen Cottbus?
Florian Dawin
00:26:18
Ja, genau. Ich glaube, das sind die Leute, die da verantwortlich sind. Und ich glaube, wir beide haben auch schon öfter darüber gesprochen, eigentlich müsste da irgendwo in dieser Vorstandsetage auch noch Verantwortung übernommen werden.
Martin van Elten
00:26:38
Ja, das ist für mich die eine Frage. Also für mich ist erstmal die Frage, wer ist überhaupt formal verantwortlich und da bin ich bei dem Punkt, bei der Kenntnis der Satzung und der Struktur ist erstmal der Vorstand verantwortlich. Der entscheidet ja auch über die Verträge, über die Anstellung, über die Entlassung, über was weiß ich, über Vertragsverfung. Das ist ja formal sozusagen auch der Arbeitgeber und der Aussichtsrat wird ja kontrolliert, kontrolliert ja den Vorstand und wählt ja natürlich. Und damit ist ja erstmal der Vorstand für alles Operative verantwortlich. Ich glaube, das Ding ist, warum wird immer von den Gremien gesprochen? Es geht natürlich darum, eine Verantwortung zu verteilen und eine Verantwortung nicht mehr sichtbar zu machen, der jetzt konkret persönlich eine Verantwortung trägt. Und das wäre jetzt böse gesagt, dass das so ist, aber ich glaube, die Leute sind auch gewohnt, eine Einheit auszustrahlen oder eine, sagen wir mal, eine, wie sagt man das, eine Geschlossenheit auszustrahlen. Und die haben so die Idee, wenn der Verein geschlossen ist und als eine Person auftritt oder als einen Körper, dann ist es gut. Das stimmt grundsätzlich natürlich auch erstmal. Firmen oder Organisationen, die geschlossen auftreten, werden natürlich auch positiver wahrgenommen von Geschäftspartnern oder von Sponsoren oder von Fans oder was auch immer. Aber ich meine, es gibt ja nicht ohne Grund diesen Spruch mit dem der Erfolg hat viele Väter und der Misserfolg. Wie geht das nochmal weiter?
Florian Dawin
00:28:20
Weiß ich nicht. Auf jeden Fall, was ich einfach noch dabei denke, ja, du sagst, Geschlossenheit ist wichtig, das ist natürlich richtig, aber diese Geschlossenheit haben sie jetzt nach außen hin das ganze Jahr gezeigt, haben mehrere Entscheidungen gefällt und die sind alle verpufft und falsch oder ja, haben sich am Ende als falsch rausgestellt. Am Ende gibt es da auch dann das Sprichwort, wir kennen das klassische Bauernopfer. Im Prinzip muss da aus dem Vorstand jemand dann auch eben für mich das Bauernopfer spielen, unabhängig dafür, um dann eben auch eine Veränderung nach außen zu zeigen, denn sie haben diese Entscheidung gefällt. Und es ist dramatisch, dass wir jetzt in die Regionalliga absteigen werden und verheerend mit dieser Rückrunde. Und da kann man sich nicht hinstellen und sagen, ja, alles ist gut, wir installieren jetzt Schubidize, Kern und jetzt muss ich nochmal auf das Zettelchen gucken, ja, Haustein dazu. Es ist ja auch noch nicht ganz klar, wer dann im nächsten Jahr die Trainerverantwortung übernimmt, ob das dann Schubidiz ist, das ist ja erstmal eine Interimslösung, aber da muss. Meiner Meinung nach sollte in naher Zukunft da auch nochmal dann dieses sogenannte Bauernopfer, dieses sogenannte Bauernopfer geben, um das nach außen zu zeigen. Wir haben auch darüber reflektiert, über unsere Prozesse und haben uns entschieden, da auch eine Veränderung innerhalb unseres Vorstands vorzunehmen.
Martin van Elten
00:29:55
Naja, also ich weiß nicht, ob ich es jetzt heute schon gesagt habe, aber mir kommt es auch so vor, dass natürlich, wir haben nochmal gehandelt, das zeigt natürlich auch schon mal, ja, das könnte man auch präventiv jetzt so interpretieren, als der Vorstand versucht die Verantwortung von sich wegzuhalten. Er kann ja dann argumentieren, wir haben es ja versucht, es ging ja mit verschiedenen Leuten nicht, es ging weder mit dem Tarnat nicht und wenn es jetzt mit den internen Lösungen oder den sogenannten internen Lösungen nicht klappt, dann klappt es halt mit Keimen mehr, ich weiß es nicht. Also ich meine, so ein bisschen ist dieses Kommunizieren ja auch so die Verantwortung, ja, ein bisschen zu diffundieren. Oder ich meine, ich erinnere mich jetzt nochmal, das hatten wir, glaube ich, auch schon letzte Woche, dass dann nochmal rauskam, wie zum Beispiel Pavel Dotschev entlassen wurde. Dass das dann nochmal rauskam, dass der Präsident der damalige Präsident, dass der das dann ja sozusagen wie sagt man das heute, geleakt hat also dass der das irgendwie durchgestochen hat und dass das ja eigentlich gar nicht, rauskommen sollte und wer da mit wem nicht konnte und so, also dass diese Verantwortungszuschreibung, dass das jetzt schon anfängt über Medien oder sagen wir mal im Vereinsumfeld das finde ich natürlich schon. Interessantes oder ein krasses Zeichen jetzt auch in Bezug auf die zukünftige, Aufstellung des Vereins und ich meine, ich wäre jetzt nicht nur bei Bauernopfer, finde ich eigentlich einen schlechten Begriff, also eigentlich muss der Vorstand sich hinstellen und, sagen, es geht in der Konstellation weiter oder es geht halt nicht weiter und wir müssen uns einen neuen Vorstand vielleicht auch dann suchen. Oder suchen lassen.
Florian Dawin
00:31:39
Da wäre dann aber auch die Frage, wie stark unsere Vereinsmitglieder sind.
Martin van Elten
00:31:43
Ja.
Florian Dawin
00:31:44
Um sich da eben das einzufordern und Gehör zu verschaffen. Denn das ist unser Verein und es gibt Möglichkeiten, darauf aufmerksam zu machen, dass man damit unzufrieden ist. Und dementsprechend sollten da die Vereinsmitglieder dann auch die Möglichkeiten wahrnehmen, die sie haben. Und wenn dann, ich habe das gar nicht richtig gesehen, da war gestern beim Spiel irgendwie noch eine Tapete von der Fanszene in der zweiten Halbzeit, bezog sich das irgendwie auf das Spiel, hast du das gesehen und mitbekommen? Ja, da habe ich irgendwie nur beim 5-2 oder was weiß ich, war dann hinter einem Tor zu sehen, dann eine Tapete, da habe ich gedacht, ja, die Fanszene ist ja auch ein Sprachrohr, der Vereinsmitglieder und da muss aufmerksam gemacht werden, da muss wachgerüttelt werden da haben wir eine Möglichkeit der Partizipation und ich glaube da müssen diese Leute nochmal direkt angesprochen werden oder muss das denen klar gemacht werden, denn ja, sonst habe ich das Gefühl dass wir auch in die nächste Saison mit diesem, ja es wird schon gut werden gehen und alles ist gut und wir machen das in unserer ruhigen Art und nachher am Ende sind wir dann nach 10 Spieltagen irgendwo im Niemandsland der Tabelle und ja, Es wäre halt ein schlechter Start.
Martin van Elten
00:33:03
Eigentlich geht ja ein Traditionsverein nicht ohne Drama. Gerade bei so einem Abstieg. Also das ist ja schon auch eine Charakteristik von einem Traditionsverein, dass die Leute auf dem Zaun stehen, beleidigt sind, die Leute beleidigen, was weiß ich, die Emotionen rauslassen. Also eigentlich ist das für mich auch ein Charakteristikum von einem Traditionsverein. Aber auch dann die Kräfte insofern zu bündeln, zu sagen, das ist jetzt schiefgelaufen, aber es gibt jetzt halt die Leute, die den Karren wieder aus dem Dreck ziehen wollen und gerade auch aus der Fanszene gibt es ja verschiedene Vereine, wo sich dann auch Mitglieder haben den Vorstand wählen lassen oder den Verein versucht in eine andere Richtung zu lenken, gerade wenn es dann auch erstmal runtergegangen ist. Okay, das bleibt aus meiner Sicht bleibt es schon wünschenswert. Aber ich weiß nicht, vielleicht ist es auch das Problem, dass man erstmal die Streitkultur und die Vereinsdemokratie irgendwie weiter lernen muss oder erstmal verinnerlichen muss auch. Also ich finde, ich mache nochmal einen anderen Punkt auf. Zum Beispiel, ich finde auch immer ganz fürchterlich, wenn alles immer als so eine Unruhe abgetan wird. Weißt du, wenn eingefordert wird, dass es eine Partizipation gibt oder wenn halt eine Erklärung im Verein eingefordert wird, dann wird immer gerne an die Geschlossenheit appelliert. Oder die Ruhe verlangt. Weißt du, was ich meine? So, es ist teilweise auch wirklich undemokratisch von der Denkweise, weil, ja, der Grundwert von Demokratie oder von demokratischer Teilhabe ist ja Streit. Aber Streit wird immer gerne als was Negatives dargestellt.
Florian Dawin
00:34:48
Nee, ist es ja nicht, natürlich. Ich würde da an zwei Punkten noch anknüpfen oder noch zwei Punkte nennen wollen. Für alle, die das dann hören, eben, wir wollen natürlich jetzt nicht, dass es in einer großen Unruhe und Unmut und Beschimpfung von Spielern und Funktionären endet. Also es soll eben eine vernünftige, ordentliche und faire Kritik sein und sachlich dazu. Und das ist einerseits eine wichtige Sache und andererseits nehmt es einfach wahr und als Möglichkeit, da unseren Verein wieder in die richtige Spur zu bringen.
Martin van Elten
00:35:28
Ja, genau.
Florian Dawin
00:35:30
Und der nächste Punkt und noch ein Punkt, falls jemand das hört, wir gucken natürlich immer nur von außen drauf. Wir haben gerade beim Thema Fanschen, da sind wir überhaupt nicht, ganz ehrlich, nicht nah dran. Da soll sich jetzt auch, also wenn da Gespräche laufen oder Leute schon da mehrfach die Tür sozusagen symbolisch eingetreten haben und gesagt haben, hier Leute, das und das läuft nicht und so weit und so fort, macht das so und so oder wir wollen da irgendwie unterstützen, dann nehmt es uns nicht übel, könnt uns natürlich auch immer kontaktieren und schreiben und uns dann eben aufklären, wenn da schon Dinge passiert sind. Wir gucken da eben auch nur von außen drauf und sind dann auch nicht so supergut im Erzgebirge vernetzt.
Martin van Elten
00:36:14
Ja, das hat jetzt nichts mit vernetzt zu tun. Ich finde auch, dass gewisse Interna nicht in halb öffentliche oder öffentliche Podcasts gehören. Also es sollen die Leute gerne da arbeiten, wo sie arbeiten und es muss auch nicht immer alles publik gemacht werden. Und ich meine, das ist jetzt eine Reflexion von der Situation, natürlich auch aus unserer Sicht, gemischt aus einer Fernperspektive, die wir manchmal natürlich auch haben, aber auch gemischt mit den Eindrucken, die wir natürlich auch rund um die Spiele so haben, die ja dann durchaus auch groß sind. Und ja, vor Ort ist natürlich auch ein gutes Stichwort. Tobias und ich waren ja auch vor Ort beim Sachsen-Pokalspiel des SSV-Fortschritt Lichtenstein. Nicht das Land, sondern die Stadt in der Nähe von der Robert-Schumann-Stadt. Sag es mal so neutral. Ein 10 zu 0 war es am Ende und das Ganze hat ja mit einer Schrecksekunde begonnen. Ryan Malone hat einen Ball auf der Linie geklärt. Da hätte es durchaus auch einschlagen können und dann wäre es vielleicht ein anderes Spiel geworden. So war es dann doch ein eher einseitiges Spiel. Okanze hat sein erstes Tor für Aue gemacht. Collins hat zweimal getroffen, Ricky Bornstein hat dreimal getroffen. Und ich glaube, wir hören mal direkt ins erste Interview mit Ricky Bornstein rein.
Interviews
00:37:39
Ricky Bornstein, sollte ich lieber sagen, Mr. Sachsen-Pokal. Im Sachsen-Pokal triffst du, wie du willst. Wie machst du das? Erstmal danke, ja. Ich versuche einfach, das Spielzeit, die ich bekomme, das meiste rauszuholen. Ich glaube, da habe ich nicht ganz verlernt, wo das Tor steht. Und ja, ich glaube, dass ich hier halt Spielzeit bekomme. Und ja, die Chancen für so gut wie es geht versuche zu nutzen. Natürlich ist es jetzt nicht mit dem Niveau in der Dritten Liga zu vergleichen. Aber ich glaube auch, dort kommt es halt so, wann es mal auf der Platte steht. Das ist mir in den letzten Wochen nicht so gut gelungen, beziehungsweise sind die Entscheidungen dann oft gegen mich gefallen. Und ja, das geht zu akzeptieren. Und deswegen versuche ich dann, in den Spielen so seriös wie möglich ranzugehen, meine Tore zu machen und meinen Job zu erledigen. Und ja, habe ich getan und bin sehr froh darüber. Auf jeden Fall. Glaubst du denn, kannst du im Wachsenpokal oder auch bei anderen Gegnern deine Stärken jetzt noch besser einbringen als in der dritten Liga? Was denkst du? Glaube ich nicht. Ich glaube, ich kann auch meine Stärken ganz gut in der dritten Liga einbringen. Natürlich war es jetzt eine schwierige Zeit. Ich glaube, der Spielrhythmus ist mit das Wichtigste für den Spieler. Dass man die Zeiten bekommt, die Einsatzzeiten bekommt. Und ja, natürlich über kurze Einsätze sich empfiehlt, aber natürlich ist es auch wichtig, mal länger zu spielen. Ja, dafür gebe ich Gas, trainiere hart und ich glaube, dass ich meine Qualitäten auch in Liga 3 zeigen kann, auf Dauer. Ja, schauen wir mal. Was könnt ihr euch jetzt aus diesem Spiel mitnehmen? So an Taktik, an Struktur und so weiter und so fort? Ja, es ist natürlich schon ein bisschen anders. Ich glaube, es ist... Auch phasenweise trotzdem so, dass man in der dritten Liga, wenn man gerade hinterherrennen sollte oder wenn man, keine Ahnung, Überzahl oder sowas ist, auch mal gegen einen tiefen Block spielt. Vielleicht dann mit noch höherer Entlastung und noch höherer Qualität im Konter, dann beim Gegner-Team. Aber ich glaube, wir können es mitnehmen, dass wir das Spiel gewonnen haben, was wichtig ist. Und ja, das Siegergefühl ist trotzdem gut. Ich glaube, egal gegen welchen Gegner, man will jedes Spiel gewinnen, egal ob jetzt gegen den Kreisligisten, Landesligisten oder Oberligisten, wie auch immer. Und das ist wichtig, ja. Ja, dann wünsche ich euch wirklich maximalen Erfolg, dass ihr doch das Wunder von Aue noch schaffen könnt und dass du nächste Saison noch bei uns bist. Wir glauben dran, ja, schauen wir mal.
Martin van Elten
00:39:39
Ja, Florian, was nimmst du aus dem Interview mit? Also Ricky Bromschen hat ja jetzt auch in der Liga getroffen. Ich glaube, ihn persönlich hat es schon gut getan, auch dreimal wieder zu treffen. Aber man sieht, seine Qualität reicht wahrscheinlich für die dritte Liga einfach nicht aus. Es reicht nicht für die dritte Liga aus. Und er wäre vielleicht in der Regionalliga ein guter Spieler.
Florian Dawin
00:40:00
Ja, das ist so ein bisschen so Bewerbungsspiel gewesen, nochmal für Okanze, für Ricky Bornstein zu zeigen, okay, ich kann das Tor treffen, eben vielleicht gegen schwächere Gegner, Regionalliga sind ja jetzt nicht nur Top-Gegner, das muss vielleicht für einige Leute jetzt auch noch Ansporn sein, in den kommenden Spielen zu zeigen, bitte, was ist bitte, wie wäre es denn, wenn er mich nicht in der nächsten Saison verpflichtet oder weiter verpflichtet?
Martin van Elten
00:40:29
Gut, man weiß natürlich auch nicht, ob die Spieler nicht auch vielleicht genervt sind. Ricky Bornstein natürlich hat man vielleicht auch einfach dummerweise über die Presse angeschnitten oder wie sagt man das, so ein bisschen vor die Tür gestellt, zum Verkauf freigegeben, wie auch immer. Für mich jetzt auch nicht unbedingt clever, aber ich glaube, der hat schon Qualitäten. Ja, ja. Von den Stürmern insgesamt? Weiß ich nicht. Ist natürlich Marcel Bär und danach fällt es halt stark ab. Ich glaube, das ist jetzt auch kein übertriebener Take von mir. Dann wird es schwierig. Und ich meine, gut, es ist halt ein Pokalspiel. Erste Halbzeit stand es ja auch nur 0 zu 3. Ich glaube, zweite Halbzeit wurde es dann ja auch noch mal deutlicher, kann man so sagen. Und ja, wir ziehen natürlich dann ins Halbfinale ein. Knapp 3000 Zuschauer waren da. Ja, der Pokal-Halbfinal-Gegner ist der Chemnitzer FC. Gibt natürlich dann auch wieder ein schönes Derby. Ich glaube, am 22. April ist es schon, also in knapp zwei Wochen. 20.30 Uhr auch. Wird, glaube ich, interessant. Ja, wir hatten natürlich auch noch die Gelegenheit, mal mit einem Spieler von Lichtenstein zu sprechen, auch einem ehemaligen Schachter, und zwar dem Toni Grabowski. Hören wir mal rein, wie er auch auf seine Zeit in Aue zurückblickt.
Interviews
00:42:05
Toni Grabowski, ich beginne heute mal mit einem Hot Take und sage, gut geflogen, alter Mann, in der ersten Halbzeit. Ja, danke. Wir starten ja hinten, die haben gehalten, Alter, was hält der denn alles? Also, wie hast du das heute gemacht? Also grundsätzlich nichts anderes als sonst. Liegt halt irgendwo ein Bild drin, das ganze Ding. Also bin ich ja nicht umsonst Torhüter. Mannschaftskollegen würden wahrscheinlich sagen, dafür stehe ich auch hinten drin. Auf jeden Fall. Ich meine, ihr habt ja heute wahrscheinlich auch mit einer ganz anderen individuellen Qualität als Gegner zu tun gehabt. Wie war das für euch? Ja, das wusste man ja im Voraus. Dass es heute natürlich auch auf uns gerade defensiv ankommt. Dass auch der Torhüter eine wichtige Rolle irgendwo mitspielt. Und ja, darauf haben wir uns schon eingestellt, aber wir wissen, wir haben grundsätzlich auch gewisse Qualität und ich denke, die haben wir trotz alledem auch auf dem Platz mitbekommen, auch wenn das Ergebnis am Ende natürlich sehr hoch ausgegangen ist und, Ja, das ist ein bisschen schade, aber ansonsten war es, wie gesagt, eine super Sache für uns. Wir werden daraus natürlich trotzdem unsere Schlüsse ziehen, werden dann auch sagen, die Sachen haben wir gut gemacht. Einen oder anderen können wir vielleicht noch ein bisschen ändern, aber es ist halt natürlich grundsätzlich, das Ganze ist natürlich schon überragend gewesen für uns. Noch ein paar Worte zu Ihrer großen Jugendliebe Erzgebirge Aue. Wie ist es denn so, mit der Jugendliebe nochmal zusammenzutreffen? Ja, grundsätzlich. Also für mich persönlich natürlich, so wie für viele andere aus der Mannschaft, muss man sagen, ist es natürlich etwas sehr Besonderes gewesen. Das war auch schon bei der Auslosung, so wie das los kam, war natürlich schon sehr besonders. Und das für mich natürlich persönlich mit Martin Mennel, mit dem ich zusammen noch trainiert habe, in Aue, wo ich damals als zweite Mannschaft trotzdem immer oben mal ein bisschen mitschnuppern durfte, ist das natürlich schon etwas sehr Spezielles gewesen. Genau. Eine letzte Frage. Du wurdest ja ausgewechselt in der 46. Minute ganz publikumswirksam und wir haben uns gefragt, wie kommt das zustande? War das jetzt dein letztes Spiel? Nee, auf keinen Fall. Also auf gar keinen Fall das letzte Spiel. Es geht nur darum, wir teilen uns als Torhüter auch in der Saison die Spiele rein. Das machen einen Wechsel von jeder zwei Spiele. Und in so einem Spiel ist es natürlich dann auch für den Trainer eine ganz sehr schwere Sache, da zu sagen, der hält oder er hält. und ich denke, da haben wir so eine sehr gute Lösung gefunden. Der Trainer hat gesagt, jeder hält eine Halbzeit und was ihm nicht gefällt ist, wenn der Torhüter, der anfängt, einfach in der Kabine bleibt, dann der Neue dann auf dem Feld und das war eigentlich die Begründung dafür. Danke für die Aufklärung. Ich wünsche dir und eurem Team in diesem wunderschönen Stadion noch eine gute Zeit und eine gute Saison und genießt die Sonne, die jetzt gerade rauskommt.
Martin van Elten
00:44:55
Ja, Florian, solche Interviews sind immer überragend, oder? Also, ich weiß nicht, ob du die Berichterstattung vom MDR mitbekommen hast. Es wird natürlich dann auch noch mal die Berufe erzählt. Er arbeitet ja als Erzieher im Hort. Das wurde, glaube ich, fünfmal gesagt. Und ich meine, er hat ja wirklich ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht, erste Halbzeit. Es ist ja auch nicht übertrieben, was Tobi da gesagt hat. Also, ich glaube, wenn der nicht noch zwei, drei rausgeholt hätte, dann hätte er auch fünf oder sechs gemacht in der ersten Halbzeit. Und ja, ich finde das einfach so authentisch. Ja, ich habe mit Martin Melle in Nachwuchs gespielt und hat da sogar in der WG anscheinend gewohnt, hat ja auch noch Markus Müller, ehemaliger Nachwuchsspieler, ja auch noch kommentiert. Also wahnsinnig Geschichte einfach.
Florian Dawin
00:45:41
Ja, mega cool. Das ist das, wovon der Sachsen-Pokal oder die Pokale dann einfach profitieren, wenn da diese Amateurfußballer, wobei er ja auch ein besserer Amateurfußballer ist, spielen und die dann einfach noch Verbindungen zu den Vereinen haben, gegen die sie spielen und dann auf alte Weggefährte treffen. Und wir hatten ja diese Saison in fast jeder Sachsen-Pokalrunde eigentlich irgendwie bei der gegnerischen Mannschaft einen Spieler oder einen Funktionär, der irgendeinen Bezug zur Aue hat. Und das ist schon cool.
Martin van Elten
00:46:22
Hören wir mal rein ins Interview mit Erik Weinhauer.
Interviews
00:46:25
Erik Weinhauer, Mensch, tut das gut. Heute zehn Buden geschossen und du hast eine davon geschossen. Wie geht es dir damit? Ja, Pflichtaufgabe erfüllt, würde ich sagen. Man soll es nicht überbewerten, aber ich glaube, es tut mir ganz gut, in so einem Spiel einfach ein bisschen mehr Offensivaktion zu haben, Tore zu machen, Vorlagen zu geben und so, dass man sich einfach ein bisschen einspielt. Weil die letzte Zeit war nicht einfach für uns und die kommenden Spiele werden mindestens genauso schwer. Deswegen ist es gut, dass wir uns heute mal ein bisschen Selbstvertrauen holen konnten. Was könnt ihr heute aus diesem Spiel überhaupt mitnehmen? Ich glaube in erster Linie einfach, dass wir in die nächste Runde eingezogen sind. Das war eine Pflichtaufgabe. Man sollte, wie gesagt, das nicht überbewerten. Mitzunehmen ist einfach, dass wir doch Tore schießen können. Auch wenn es jetzt vielleicht gegen einen unterklassigen Gegner ist, aber... Das Selbstvertrauen konnte man heute sich vielleicht ein bisschen zurückholen und das dann in den nächsten Wochen auf dem Platz hoffentlich auch zeigen. Könntet ihr euch heute noch ein bisschen Abläufen stärken und solche Dinge machen? Sicherlich, ja. Also wenn man viele, viele Offensivaktionen hat, dann passen die Laufwege irgendwann noch besser. Deswegen macht man hinten raus dann auch noch mehr Tore, weil man sich dann eben ein bisschen einspielt. Genau. Wie ging es dir in der ersten Minute, als Martin Mennel sich da glaube ich total verschätzt und gerade noch so aus der Linie geklärt werden konnte? Ja, also man sollte solche Gegner wirklich nicht unterschätzen, weil auch die Jungs spielen schon einige Jahre Fußball, auch die trainieren mehrmals die Woche. Und da ist ja noch ein, zwei schnelle Spieler vorne mit dabei und Martin, glaube ich, kommt erst raus oder macht erst einen langen Schritt, rutscht dabei vielleicht ein bisschen weg und kommt dann erst nochmal raus. Und dann fühlt man sich natürlich in der ersten Minute, denkt man sich, oh, scheiße, jetzt könnte es natürlich schlecht ausgehen. Zum Glück köpft Ryan den von der Linie, weil ich glaube, wenn du da eins so hinten liegst, dann kann das Spiel sehr, sehr eklig lange Zeit werden. Auf jeden Fall, dann hätten sie gemauert. Was sind jetzt deine Wünsche, Hoffnung und Träume für die letzten acht Spieler dieser Saison? Ich möchte einfach, dass jeder Einzelne in der Mannschaft bis zum Schluss an den Klassenerhalt glaubt. Natürlich, wir brauchen nicht drum herum reden. Es wird von Spiel zu Spiel schwerer. Aber es ist nach wie vor möglich und ich traue der Mannschaft alles zu. Mein Wunsch ist natürlich Klassenerhalt und Sachsen-Pokal. Alles klar. Und Rauch, viel Glück!
Martin van Elten
00:48:22
Ja, Florian, ich glaube, dem Wunsch können wir uns anschließen. Es wird natürlich nochmal schwer mit dem Klassenerhalt. Ja. Ich möchte das halt damit dann auch abbinden, jetzt ein bisschen über den Sachsenpokal. Es war eine Pflichtveranstaltung natürlich. 10 zu 0, durchaus ein überzeugender Sieg. Aber wenn wir jetzt auf das Spiel gegen die TSG Hoffenheim, zweite Mannschaft schauen, vom Selbstvertrauen scheint nichts übergeblieben zu sein, oder? Wie kannst du dir die erste Viertelstunde erklären, wo man ja dann direkt 0 zu 3 hinten liegt. Collins fliegt noch vom Platz mit einer selten dämlichen Notbremse. Und man hat so ein bisschen das Gefühl, dass der Verein sich in so einer absoluten Selbstauflösung sportlich befindet.
Florian Dawin
00:49:05
Dafür gibt es keine Erklärung. Also das hätte ja Dabrowski auch gerne erklären können und alle anderen auch sicherlich. Wir haben schon vor einer halben Stunde darüber gesprochen, ob es die Umstellung auf die Dreierkette war, die die Mannschaft nochmal verunsichert hat. Aber da fehlt auch einfach jetzt nach dieser langen Niederlagenserie das Selbstvertrauen. Anders ist es nicht zu erklären, dass man dann gegen die Teske Hoffenheim, zwei, die ja in der Rückrunde auch noch sieglos war oder höchstens einen Sieg geholt hat, so die in die ersten 15 Minuten startet und dann 3-0 hinten liegt. Natürlich können die kicken, aber da fehlt es einfach am Selbstbewusstsein, am Selbstvertrauen, am Selbstverständnis und, Da fehlt mir jegliche Erklärung für.
Martin van Elten
00:49:58
Der zweite Sieg von denen, die hatten vorher auch vier Punkte nur, aber standen bei zwei Punkten. Selbst Havelser hat zehn Punkte in der Rückrunde geholt, also mit Abstand die beiden schlechtesten Rückrundenteams. Ja, ich glaube aber, das geht natürlich viel zu einfach. Der Zeitler finde ich auch einen richtig starken Spieler. Duric hat einen Doppelpack gemacht. So, das reicht dann. Zwei, drei Spieler, die dann aufspielen und die dann komplett die Mannschaft da hinten auseinanderlegen. Und als es dann ja quasi schon aussichtlos ist, 0 zu 4 nach 29 Minuten, ja, dann kommt Bär nochmal in der 40. Minute und immerhin macht er da nochmal den Anschluss zum 1 zu 4. Naja, natürlich 5 zu 1 dann und dann nochmal zwei Tore. Ja, da hätte man durchaus nochmal das Gefühl gehabt, dass man vielleicht rankommt. Und ich finde auch, selbst in dem Spiel gab es diesen Effekt, Wenn es dann einmal gelaufen ist, das Spiel, dann spielt man nochmal ein bisschen besser auf. Dann ist so der Druck weg und man hat auch so das Gefühl, dass der Druck, der am Anfang halt da ist, die Mannschaft hat auch komplett blockiert.
Florian Dawin
00:51:01
Ja und da ist ja auch wiederum das Problem. Man mit dem ersten Torschuss macht Marcel Baer in der 40. Minute das 1 zu 4. Da stehen die ja auch super schlecht in der Defensive und auch bei den anderen Toren sieht man ja, die sind zu knacken gewesen. Und da fragt man sich zum wiederholten Male, dritten, vierten Male, warum fängt man nicht einfach mit vollem Power, mit engen Zweikämpfen, mit klaren Aktionen an, um erstmal ins Spiel zu kommen und liegt dann nach, 15 Minuten mit 3-0 hinten.
Martin van Elten
00:51:38
Ja, es kommt einem so vor, als ob die Mannschaft nicht auf dem Platz steht. Und komisch fand ich aber dann auch bei der Pressekonferenz, dass Dabrowski dann sagt, ja, es war keine Drittliga-Qualität auf dem Platz. Und dann wird er gefragt, ja, was sehen sie denn jetzt? Was kann man denn anders machen? Oder was, weiß ich nicht mehr, wie jetzt die Frage genau war. Und dann fällt ihm einfach nichts mehr ein. Er muss das Spiel erst mal sacken lassen oder so. Also das finde ich halt auch einfach, man hatte das Gefühl, dass er jetzt auch wirklich am Ende war.
Florian Dawin
00:52:06
Ja, und jetzt würde ich ja auch wirklich fast sagen, dass diese extrem schwachen ersten Halbzeiten oder Anfangsphasen, in denen man viele Tore fängt, fallen ja wirklich dann auch in seine Trainerzeit, in Dabrowski-Trainerzeit und eher weniger in die Hertel-Zeit. Das war jetzt auch nicht deutlich besser, sonst wäre er nicht abgelöst worden. Aber das ist halt wirklich eine Katastrophe. Und wie es Marcel Bär dann nachher sagt, das ist dann halt auch nur noch peinlich.
Martin van Elten
00:52:39
Ja, vielleicht nochmal zur Zuschauerzahl. Es waren fast 8.000 da, 7.700. Ist natürlich auch Osterwochenende, viele Leute sind zu Hause, geben sich das gerade mal, wenn sie zwischen dem Kaffee bei der Mutti und die Kaffee trinkt man jetzt eher am Ostersonntag als an Karsamstag, aber so ist natürlich auch eine gute Gelegenheit immer für die Exil-Erzgebirge nochmal zum Spiel zu gehen. und für die ist es dann ja auch nochmal doppelt schade.
Florian Dawin
00:53:11
Ja, definitiv und man muss ja auch sagen, beim vierten Tor, Gegentor, wurde dann ja auch schon höhnisch Applaus geklatscht.
Martin van Elten
00:53:21
Finde ich auch überhaupt nicht richtig.
Florian Dawin
00:53:23
Genau, das ist, das muss man halt aus, also es ist nicht, es ist uncool, es ist nicht in Ordnung, man muss natürlich auch immer ein bisschen gucken, die andere Perspektive sehen und jetzt sagen, wir haben halt aber auch jetzt die Saison auch schon einfach einen Schrott an Heimspielen gesehen, also wirklich, da sind ja Leistungen dabei und wenn dann Leute da Wochenende für Wochenende mit ihrer Dauerkarte hingehen, dann verfällt man möglicherweise auch in diese Übersprungshandlung und klatscht dann da, aber auch das hilft der Mannschaft nicht weiter und ja, Und es wäre gut, das eben zu unterlassen und einfach versuchen, die Mannschaft aufzubauen oder dann halt gar nichts zu machen, dann lieber an den Bierstand gehen und dann sein Bier zu trinken.
Martin van Elten
00:54:10
Ja, weiß ich nicht, aber also okay, ist vielleicht nochmal ein bisschen extremes Beispiel und so, aber ich finde durchaus, die Leute sollten ihren Unmut schon zeigen dürfen und zeigen können, aber gut, das ist ein Thema, das können wir auch nicht abschließend sozusagen bewerten, also will ich auch gar nicht, maße ich mir auch gar nicht an. Ja, sportlich, damit hat man jetzt mittlerweile 12 Punkte Rückstand, Saarbrücken hat heute noch 1-0 gegen Ingolstadt gewonnen, Ulm hat gegen Verl 1-0 gewonnen, auch unser übernächster Gegner, sprechen wir gleich noch kurz drüber, ich glaube damit ist es dann auch rechnerisch, es sind noch 7 Spiele, 21 Punkte zu holen, 12 Punkte hat man Rückstand plus die schlechtere Tordifferenz, ich glaube auch dann, es ist rechnerisch auch schon bald gelaufen.
Florian Dawin
00:54:58
Ja, und man hat es jetzt ja auch mit die Entscheidung jetzt... Dabrowski, Fuchs zu entlassen und Tarnat, der dann von sich aus zurückgetreten ist, das zeigt ja, damit hat man abgeschlossen. Und wir haben ja dann die englische Woche vor der Brust mit dem Auswärtsspiel in Regensburg und dem Heimspiel gegen Verl. Da ist das dann möglicherweise schon am Ende der Woche in sieben Tagen schon deutlich klarer, wie die Punktesituation aussieht.
Martin van Elten
00:55:28
Ja, schauen wir mal auf das Spiel in Regensburg. Wir haben ja eigentlich immer ganz gute Erinnerungen in Regensburg. Also wir haben da mal den Klassenerhalt gefeiert 2018. Ja, auch bekannt aus der Muttertagsrede von Helge Leonhardt, wo er davon gesprochen hat, dass da die Schallmauer durchbrochen wurde. Ja, die haben die letzten fünf Spiele haben sie nur ein Spiel gewonnen, dreimal verloren gegen Osnabrück, gegen 60 München und gegen Stuttgart 2. Davor haben sie unentschieden gegen Saarbrücken gespielt und einmal gewonnen gegen Havelse. Die haben durchaus auch eine durchwachsene, Bilanz und ja auch mit dem Sascha Hildmann, den man ja vielleicht noch von Preußen Münster kennt, ja auch schon wieder einen neuen Trainer vorgeführt. Also bei denen ist auch der Effekt, den wir hatten nach dem Abstieg, dass man erstmal turbulent eine turbulente Zeit durchmacht und vielleicht auch die Erwartungen höher sind als die reellen Möglichkeiten. Also Sascha Hildmann ist jetzt seit 31.03. seit dieser Woche im Amt.
Florian Dawin
00:56:35
Das klingt erstmal wie ein Aufbaugegner und für uns bis jetzt mit einer guten Bilanz. Ich habe irgendwie keine große Hoffnung, dass wir da am Dienstag, ist es ja, Punkte mitnehmen. Aber vielleicht passieren jetzt doch irgendwie diese vielbesagten Wunder und je früher wir einen Dreier anfahren, umso besser umso positiver kann das Ganze die Stimmung nochmal sein und es wäre einfach auch schön, wenn wir uns dann aus dieser Saison gut verabschieden und vielleicht, ja auch gegen Ferl doch noch ein paar Zuschauer in Stadion kommen denn, ja, so sollen wir die Saison nicht abschließen.
Martin van Elten
00:57:21
Vielleicht zur Bilanz, zwei Siege für den Jahn, ein Unentschieden, viermal hat Aue gewonnen, das letzte Spiel war ja auch, wie sagt man, Knottereck auf Deutsch, also richtig krass mit dem 4-3 in der Nachspielzeit mit Weinhauer, ich glaube, das wäre nochmal, zumindest emotional schön, mal so ein Spiel wieder für die, Moral, für die Fans, für die Fansäle zu haben, wo man dann nicht abgeschlachtet wird, sondern vielleicht auch mal lass es mal glücklich sein, gewinnt, also Hauptsache mal irgendwie überhaupt eine Reaktion auch von der Mannschaft, dass sie noch lebt. Dann kommt ja unser absoluter Angstgegner ins Erstgebungsstadion. Das Spiel ist, glaube ich, am Sonntag um 16.30 Uhr, auch eine bisschen schwierige Anstoßzeit, finde ich. Es ist schon so spät für mich, dass ich bin dann, glaube ich, irgendwie, wenn es gut läuft, um 12 Uhr zu Hause, wenn ich hinfahre. Ja, also gut. Gegen Verl haben wir einen Punkt geholt bisher.
Florian Dawin
00:58:19
Ja, Wahnsinn. Das gibt nicht so viel Hoffnung. Also auch einer unserer Angstgegner. Andererseits, heute haben sie verloren. Bei Ulm, wenn ich jetzt so in die Glaskugel, Oder wenn ich mich entscheiden muss dafür, bei wem ich irgendwie, bei welchem der beiden nächsten Spiele. Ich eher glaube, dass wir den langersehnten Sieg holen, dann glaube ich tatsächlich irgendwie dann doch in Regensburg irgendwie als gegen Verl. Weil sie halt einfach spielerisch die beste Mannschaft der Liga sind. Auch wenn sie jetzt so ein bisschen ins Stottern kommen. Aber ich glaube schon, dass das dann einfach für die nächste Woche reicht. Auch wenn sie jetzt natürlich am Mittwoch gegen Hansa zu Hause spielen und das auch schon für den Aufstieg oder den Kampf um den Relegationsplatz für die 2. Liga eine große wichtige Bedeutung hat und man nicht weiß, wie geht das Spiel dann aus, wie verkraften die das. Aber ich glaube eher, wenn dann bei Regensburg und vielleicht einfach gegen Verl ein gutes Spiel abliefern, ein solides Spiel abliefern mit einem wieder überragenden Martin Mendel, der ja gegen Verl auch manchmal so seine Wunderleistung rausholt, wo er wirklich alles hält, das wäre auch doch ganz versöhnlich.
Martin van Elten
00:59:37
Das ist ein frommer Wunsch. Genau, ein kleines Thema habe ich noch. Auch diese Woche war ja ein sehr, sehr wichtiger Tag in Bezug auf die Zukunft des Vereins. Ich finde auch überraschend, dass die finanziellen Probleme des Vereins aktuell kaum diskutiert werden. Ich weiß nicht, wie du dir das erklärst, aber es kam jetzt heraus, dass der Verein alleine beim Erzgebirgskreis um die 700.000 Euro Schulden hat, mittlerweile aus Stadionmieten, die nicht bezahlt wurden und die sozusagen gestundet wurden. Also für alle Leute, die es nicht wissen, also Stunden ist im Prinzip ein zinsloser Kredit, den mehr Erzgebirgskreis dem Verein gibt. Wobei man natürlich dann auch dazu sagen muss, der Erzgebirgskreis sitzt selber tief in den Schulden und muss dafür dann auch am Markt einen Kredit aufnehmen. Also im Prinzip wird, bezahlt der Steuerzahler gerade auch einen Kredit für den Verein.
Florian Dawin
01:00:34
Die Stadionmiete.
Martin van Elten
01:00:37
Naja, es ist ja so, dass man das nicht, dass man darf das nicht, man darf das nicht erlassen sozusagen. Das hat ja auch so EU-rechtliche Gründe. Also das wäre ja dann auch eine Beihilfe, wie das meistens dann genannt wird, eine Subvention eines Unternehmens. Und ja, der Antrag, der beinhaltet noch, dass die Stadionmiete auf 100.000 Euro plus Zinsen sinkt. Im Falle des Abstiegs in die vierte Liga. Und 40% der Einnahmen aus dem DFB-Pokal müssen halt abgegeben werden. Und ich finde auch interessant, es wurde ja da nochmal offengelegt, wie die aktuellen finanziellen Zahlen des Vereins sind. Und man kalkuliert wohl für die nächste Saison mit einem Fehlbetrag von 556.000 Euro, also einem Minus von über einer halben Million Euro. Und in diesem Jahr ist das Planergebnis, also das, was man aktuell prognostiziert als Verlust, über 250.000 Euro, wobei dazu ja jetzt auch noch das Geld für die sportlichen Trennungen und so dazukommen wird. Also der Verein steht ganz schön unter Druck finanziell und es wurde nochmal im Schreiben an den Kreis klargemacht, dass die wirtschaftliche Lage schwierig ist Und man auch nicht darum das sieht, dass man jetzt durch zum Beispiel zusätzliche Sponsorings das verbessern kann, weil ja so das Sponsoring gerade auch so als einziger Weg gesehen wird, um die finanzielle Situation des Vereins zu verbessern.
Florian Dawin
01:02:17
Ja und die wirtschaftliche Lage insgesamt ist ja dementsprechend auch nicht rosig. Also von daher ist ja klar, dass die Sponsoren auch dreimal überlegen müssen, ob sie noch mehr in den Verein stecken können und das dann wiederum in der sportlich schlechten Zeit. Das ist auch schon eine echte Herausforderung und Situation, die da auf den Verein aktuell schon oder da aktuell schon da ist und auch noch wartet in den kommenden Jahren.
Martin van Elten
01:02:47
Ja, ich finde das schwierig, wenn man mit einem strukturellen Minus plant. Das verbraucht ja, also das ist ja eine Wette auf die Zukunft im Prinzip. Und der Verein hat ja das Problem, dass er gar kein Stadion zum Beispiel besitzt, dass er gar keine Masse hat und ja auch, dass einen immer eine Insolvenzgefahr halt auch bringt. Ja, und als weitere Option wird ja dann auch diskutiert, dass man das ganze Konstrukt der Stadiongesellschaft ändert, das wird jetzt ein Gutachten beauftragt, dass man schaut, ob man nicht zum Beispiel das Stadion dem Verein übertragen könnte, also ja, oder der dann halt die Kosten dafür trägt, aber ja, man muss natürlich auch erstmal gucken, ob sowas überhaupt legal ist, weil ein Stadion hat ja auch immer einen Wert. Ein Stadion ist ja nicht 0 Euro wert.
Florian Dawin
01:03:43
Nee, definitiv nicht.
Martin van Elten
01:03:45
Ja, ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das mit der Stadionmiete wirklich mal so ein Dauerthema wird. Weil 250.000 Euro klingt ja nicht nach viel Geld eigentlich.
Florian Dawin
01:03:57
Nee, eigentlich nicht. Wenn man dann hier von einem Etat, Gesamtetat von 10 Millionen redet für den Verein, Gesamtverein, Aber gut, es scheint schwierig zu sein.
Martin van Elten
01:04:10
Naja, es stand ja auch nochmal drin, dass es schon im Zuge der Corona-Pandemie erstmalig nicht gezahlt wurde, weil ja auch dann immer Leute jetzt auch dabei sind zu gucken, welcher Vorstand jetzt dafür verantwortlich ist. Also das war auch schon in der Leonhard-Ära so. Und meine Interpretation ist ja auch, dass man natürlich auch Lokalpolitiker am besten irgendwie, ich sag jetzt nicht erpressen kann, aber dass Lokalpolitiker sich halt schwer hinstellen können und sagen, nee, wir wollen das Geld jetzt haben und dann geht der Verein in die Insolvenz. Also dass es da schon auch eine politische Abhängigkeit gibt, die man geschaffen hat zwischen Landrat und Kreistag und Verein. Also bei anderen Schuldnern würde man sich vielleicht nicht trauen, einfach nicht zu bezahlen.
Florian Dawin
01:05:00
Das ist richtig. Da sind ja wirklich auch Leute dann auf der politischen Seite stehen dann da ja auch, die sicherlich Sympathien für den Verein haben, aber auch einfach wissen, was der Verein für den Kreis, wie wichtig er einfach ist, was er den Leuten bedeutet und welche Geschichte er mit seinen 80 Jahren eben hat. Das hast du ganz gut zusammengefasst.
Martin van Elten
01:05:26
Ich meine, das Problem ist doch, das Problem ist doch, dass Profisport. Da gibt es auch eine verlogene Debatte drum. Also Profisport ist natürlich auch von öffentlichen Unternehmen, zum Beispiel die Sponsoring machen, man denkt mal an Eins, Eins ist ja auch quasi ein quasi staatliches Unternehmen, zwar nicht komplett, aber es wird viel von Politik reingeredet, es gibt die Sparkasse, die Sparkasse ist ja quasi ein Unternehmen des Erzgebirgskreises, Das sind ja sehr, sehr große Sponsoren und auch über diese Unternehmen, die politisch kontrolliert werden, wird ja schon unglaublich viel Geld in den Verein reingepumpt, aber dann wird immer so getan, nee, nee, Profisport ist was, was man nicht subventionieren darf, aber die Kultur, ja, da ist egal, was ein Schauspielhaus kostet oder ein Theater oder was weiß ich, oder ja, also keine Ahnung, also alles, was irgendwie Hochkultur ist, Da werden solche Fragen gar nicht gestellt. Oder wenn Sport gefördert werden soll, dann ist es natürlich immer der Breitensport. Das war auch ein Punkt, den ich vom Seiten unseres Vereins gut argumentiert fand. Der FC Erzgibige ist halt auch ein Breitensportverein und der braucht ja auch eine Infrastruktur, die auch gerade den Leuten in Aue und Umgebung zugutekommt. Man denkt jetzt zum Beispiel mal an die Schulmabteilung oder an die Ringer oder was weiß ich. Natürlich ist jetzt im Fußball nicht der große Breitensportverein, der noch 20 Mannschaften hat, aber das wäre ja auch was, was man perspektivisch ja machen könnte, mehr Männer oder mehr Frauen, Amateurmannschaften auch einfach einzurichten.
Florian Dawin
01:07:00
Ja, das ist ein gutes Argument, dass der Verein oder der Sport dann eben auch den Leuten viel gibt und bringt. Also auch wenn sie ihn aktiv ausüben und mit den verschiedenen Sparten, ist das auch eine Größenordnung. Und dann ist halt dieser, ja, die Fußballsparte, nenne ich es jetzt mal, ist ja dann eher dann schon mal Profisport als die anderen Bereiche. Aber es ist trotzdem noch ein Gesamtverein und der Profisport hat dann aber, und die Debatte haben wir an verschiedenen Stellen ja auch, nicht nur bei uns, sondern auch bei Feinen aus der zweiten Liga oder ersten Liga, ja, es hat ein Finanzierungsproblem am Ende, denn er finanziert sich über die Sponsoren.
Martin van Elten
01:07:43
Naja, der Profisport hat vor allen Dingen ein anderes Problem, der Profifußball kann nie genug Geld haben. Der Profifußball ist strukturell unfähig, weil der Wettbewerb, die immer einen Vorteil gibt, wenn du deine Budgets überreizt. Aber es ist strukturell ein Rattenrennen. Und es geht immer darum, gerade in den Ligen, wo man nicht gut Geld verdienen kann, aufzusteigen. Also eigentlich kann sich der FC Erzgebirge mit der Infrastruktur, die er hat, grundsätzlich nur in der zweiten Liga halten. Darunter wird er immer strukturelle Probleme haben, weil die Struktur zu teuer ist, die Infrastruktur oder auch die Anforderungen zu hoch sind und für das Geld, was man halt aufwenden kann. Aber das kommt mir in der Diskussion, dass gerade das Sponsoring, das kommt mir in der Diskussion oft ein bisschen zu kurz, dass gerade öffentliche Unternehmen ja extrem viel Geld schon reinstecken in den Profisport. Und ja, dann, ich weiß es nicht, in Halle, Größenordnung, ich war ja mal im Sportausschuss in Halle, die Größenordnung 30%, ungefähr über 30% der Einnahmen des Halleschen FCs kamen aus öffentlichen Unternehmen.
Florian Dawin
01:08:58
Ja, das ist eine verlogene Diskussion, weil dann ja doch eben schon aus den öffentlichen Bereichen viel Geld in die Vereine kommt und man dann da das aber als vollkommen legitim ansieht.
Martin van Elten
01:09:12
Ja, gut und eigentlich haben ja auch zum Beispiel lokale Energieversorger gar kein Produkt. Also sie haben ja sowieso die Kunden.
Florian Dawin
01:09:21
Das stimmt. Es gibt keinen Werbegrund.
Martin van Elten
01:09:24
Naja, sie stehen ja, sie stehen im Wettbewerb, okay, aber es gibt ja auch in der Grundversorgung gar keine Wahlmöglichkeit und ich würde auch mal gerne sehen, was die Effekte von so einem Sponsoring sind, aber dann müsste man ja das über die ganze Liga diskutieren.
Florian Dawin
01:09:40
Solche Probleme. Eine Gesamtstruktur, nicht nur eine Problematik unseres Vereins, sondern aller Vereine. Das beste Beispiel ist ja immer die Sparkasse, die haben wir ja auch bei gefühlt jedem Verein in der dritten Liga irgendwo im Sponsor mit drin.
Martin van Elten
01:09:56
Ja, richtig. Gut, dann haben wir noch ein Mini-Thema. Ich möchte noch mit dir einen Helge der Woche teilen. Und zwar hat er ein altes Bild geteilt, nochmal als schönen Abschied. Herrliche Erinnerung. Und dann ist es ein geteiltes Bild. Da sieht man Dimitri Nazarov und ihn darauf jubeln. Das ist ein Post, das Gefühl, auf einem Nicht-Abstiegsplatz zu stehen. Kumpelverein. Und feige ihn Präsident Helge Leonhardt und Dimitri Nazarov beim Auswärtssieg bei Jan Regensburg. Das war nämlich das berühmte Spiel, wo die Schallmauer durchbrochen wurde.
Florian Dawin
01:10:30
Ja, da hat er sich wieder gut was rausgesucht. Hatte ich gar nicht mitbekommen, aber danke für diesen Helge der Woche.
Martin van Elten
01:10:39
Ja, ich glaube, er versucht auch nochmal an seine positive Präsidentschaft so ein bisschen zu erinnern. Vielleicht auch im Kontrast an den aktuellen Niedergang des Vereins. Aber wir hatten es ja gerade nochmal rausgearbeitet. die Probleme mit der Stadionmiete, die gab es auch schon unter seiner Präsidentschaft. In diesem Sinne, Florian, über eine Stunde haben wir heute Gebrauch zu zweit. Es waren intensive Diskussionen. Ich glaube, mir persönlich ist es noch mal, tat es noch mal gut, auch zu rekapitulieren, wie die letzten Monate so verlaufen sind und ich hoffe, dass unser Verein wieder in die Spur kommt, auch gute Lösungen findet im Sinne, dass alle auch mitgenommen werden und ja wir dann auch wieder eine eine Geschlossenheit haben und den Wiederaufstieg angehen können.
Florian Dawin
01:11:32
Ja das war ein bisschen Frust von der Seele reden aber versuchen jetzt doch noch irgendwie auch die positive Ausblicke zu geben in dem Sinne Glück auf zusammen Glück.
Martin van Elten
01:11:42
Auf bis bald.