Auepodcast

Florian Dawin, Martin van Elten

Folge 99: Abstieg auf Raten (Saisonanalyse mit Paul Steinbach)

29.05.2026 96 min Florian Dawin, Tobias Düsterdick, Martin van Elten

Zusammenfassung & Show Notes

Eine misslungene Rückrunde 2025 und ein Stotterstart in die Spielzeit 2025/26 gipfelt in einem Spieljahr mit vielen Tiefen und wenigen Höhen. Am Ende steht der erstmalige Abstieg des FC Erzgebirge Aue in den Amateurfußball. Ausgerechnet zum 80-jährigen Bestehen. Diesen „Abstieg auf Raten“ besprechen und analysieren wir in dieser Folge gemeinsam mit Paul Steinbach von der Freien Presse. Wir blicken schonungslos auf den sportlichen Absturz, die Fehler der Vereinsführung und die fehlende Kontinuität der letzten Jahre.

Wir freuen uns, euch zur 100. Folge am Vorabend des Schalke-Spiels begrüßen zu dürfen. Meldet euch über das Formular unverbindlich an, damit wir das Hörertreffen am 18. Juli besser planen können.

Hört rein!

Links:

Transkript

Martin van Elten
00:00:10
Hallo und willkommen zum Aue-Podcast. Heute wird Folge 99. Heute wieder mit Florian. Hi.
Florian Dawin
00:00:17
Glück auf zusammen.
Martin van Elten
00:00:19
Tobias.
Tobias Düsterdick
00:00:20
Hey, hey.
Martin van Elten
00:00:21
Und wir haben heute einen Gast, Paul Steinbach.
Paul Steinbach
00:00:24
Hi, Glück auf.
Martin van Elten
00:00:26
Ja, Paul. Wahrscheinlich kennen dich die meisten Hörer schon. Vielleicht magst du dich kurz vorstellen.
Paul Steinbach
00:00:31
Ja, mein Name ist Paul Steinbach. Ich bin Berichterstatter des FC Erzgebirge Aue. Bin für die Freie Presse in Chemnitz tätig und in den zweieinhalb Jahren habe ich mit dem FC Erzgebirge viele Siege, viele Niederlagen erlebt und bin auch gespannt, was sich jetzt in Zukunft so entwickelt, wie es in der Regionalliga weitergeht. Viele werden mich wahrscheinlich schon von all den Artikeln kennen, die ich in den letzten zweieinhalb, drei Jahren verfasst habe. Mit der Zeit ist es irgendwie immer mehr geworden und einige kennen mich vielleicht dann auch durch den Schachtpost Newsletter, der jeden Montag um 19.46 erscheint, also soweit zu mir, würde ich sagen.
Martin van Elten
00:01:18
Ja, vielleicht magst du noch mal darstellen, wie ist denn so ungefähr immer dein Arbeitsalltag um den Verein? Also du bist ja regelmäßig auch bei den Pressekonferenzen und bei den Spielen, also wir kennen uns auch größtenteils, würde ich sagen, aus der Mix so und so, Das ist ja schon auch eine deiner Besonderheiten, dass ihr ja auch einfach den Zugang zu einem Verein noch so habt.
Paul Steinbach
00:01:38
Absolut. Der Arbeitsalltag sieht eigentlich so aus, dass man zwei Tage ungefähr vor dem Spiel die Pressekonferenz hat, wo auf das Spiel des Wochenendes geblickt wird. Fragen an den Trainer oder Spieler, je nachdem, was da vor einem da organisiert, gestellt werden. Und da versucht man natürlich dann das Gesagte irgendwo in einen Artikel zu verpacken, mit Spielvorschauen. Vielleicht hat man davor oder danach, je nachdem, das Training verfolgt und hat dann noch ein paar Inputs gesammelt. Und dann geht eigentlich schon der Blick auf das Wochenende, wo die Spiele stattfinden. Da wird während des Spiels der Spielbericht geschrieben, der mit Abpfiff online gehen soll, online gehen muss. Und dann geht es schnellen Schrittes in die Mixed Zone, wo wir uns dann immer sehen und dann werden die Spieler interviewt und da werden bestenfalls so viele Interviews gesammelt, damit man ganz lange in den nächsten Tagen damit zu tun hat und was ausschreiben kann. Das ist eigentlich...
Martin van Elten
00:02:40
Vielleicht noch eine allerletzte Frage dazu. Wie hat sich das denn so in den letzten Monaten oder Jahren verändert? Also ich glaube, wir hatten uns da schon mal drüber enthalten. Es wird auch immer schnelllebiger, das Geschäft des Nachrichtendonialismus, gerade so als Printmedium, oder?
Paul Steinbach
00:02:56
Ja, absolut. Das Gute für mich ist, ich kenne es nicht anders, weil ich ja, was das anbelangt, ja noch recht neu dabei bin im Vergleich zu anderen. Also ich bin ja erst 26. Insofern habe ich ja schon mit dieser Schnelllebigkeit von Anfang an zu tun gehabt. Aber es hat sich schon echt krass entwickelt, wenn man das so dann betrachtet aus der Ferne, dass auch das Fernsehen ist vor Ort und Fernsehen hat schnell Stimmen. Und dann geht es darum, auch als Printjournalist extrem schnell zu sein, damit man beispielsweise mit den Stimmen eben so schnell rausgeht, damit man vielleicht noch gegenüber anderen Medienhäusern einen Vorteil hat. Also, ich sag mal so, langweilig wird es nie. Man muss immer schnell sein. Das ist so ein Grundsatz.
Martin van Elten
00:03:44
Ja, Florian und Tobias, wie nehmt ihr denn so die Medienlandschaft insgesamt wahr? Ich habe schon das Gefühl, dass sich das auch krass verändert hat, dass es auch viel mehr darum geht, wer irgendwas als erstes raushaut, oder?
Tobias Düsterdick
00:03:57
Ja, auf jeden Fall. Also ich denke so ein bisschen, also gerade bei dieser Fußball, also bei dieser TV-Fußball-Landschaft ist es für mich immer so ganz auffällig, nach den Spielen werden halt immer so super generische Interviews halt irgendwie auch geführt. Also, wo ich mir dann irgendwie auch sagte, derjenige, der Moderator oder der interviewende, kann die Antworten sich da ja auch im Wesentlichen selber geben, weil du kriegst halt immer, wie ich finde, zum Teil super glattgeleckte Antworten und wo ich dann auch immer so denke, okay, das hättest du dir jetzt irgendwie auch sparen können. Also, wie fühlt sich das nach der Niederlage? Der wird wohl kaum irgendein Spieler sagen, ich fühle mich prima und mir ist das eigentlich scheißegal.
Martin van Elten
00:04:36
Ja, Florian, ich glaube, da haben wir noch eine ganz andere Zugänglichkeit zum Verein, oder nicht?
Florian Dawin
00:04:41
Ja, ich glaube, dass auch in den letzten Jahren da schon die Nähe zu den Vereinen deutlich größer geworden ist. Der Zugang, besser gesagt, vielleicht nicht die Nähe. Denn vor 10, 15 Jahren hatte man ja dann wirklich nur den Printbereich, dass man dann eben am Montag in der Zeitung die Dinge gelesen hat, die dann die Kollegen und Kolleginnen geschrieben haben. Und heutzutage ist es ja wirklich schon so, dass ja schon der Live-Ticker, also alle möglichen Medien haben Live-Ticker vor Ort, dann haben sie Leute, die Social Media machen, die da schon was raushauen. Wir hauen da ja auch teilweise relativ zügig was raus, aber eigentlich hast du ja schon eine halbe Stunde nach Spielapfels hast du ja schon super viel Informationen, Videomaterial von verschiedensten Leuten, Bildmaterial, sodass die Leute es schon teilweise auf dem Weg nach dem Stahl nach Hause konsumieren können und das hat sich dann deutlich auch verändert und ich glaube auch, dass die Vereine natürlich auch andererseits dort durch Vereins-TV oder Vereinsmedien auch natürlich versuchen, ihre Narrative, ihre Sicht zu setzen.
Martin van Elten
00:05:55
Gut. Ja, Paul, du hast ja auch einen weit beachteten Artikel zum Abstieg geschrieben oder einen Kommentar. Da haben wir auch die Bitte bekommen, dass wir uns da mal mit auseinandersetzen sollen. Und das Ganze würde ich auch gerne heute als Diskussionsgrundlage benutzen für die folgende Saisonanalyse, die wir dann in Clustern machen, also immer so Abschnitten. Vielleicht kannst du nochmal so die fünf wichtigsten Sachen zusammenfassen aus deiner Sicht, woran jetzt der Abstieg vor allen Dingen liegt.
Paul Steinbach
00:06:23
Ja, man musste auf jeden Fall meiner Meinung nach schon ein paar Jährchen zurückgehen. Das war ja auch im Endeffekt das Ansinnen des Textes, dass dieser gesamte Abstieg eigentlich schon vor Jahren begonnen hat, mit falschen Entscheidungen, mit Personalentscheidungen, die eher nach Schnellschüssen aussahen, wenig durchdacht waren und sich im Endeffekt dann auch nicht wirklich bewährt haben. Dirk Schuster ist so ein Personalie, der eigentlich gute Dinge erreicht hat mit dem FC Erzgebirge. Man wurde einmal Siebter, man wurde einmal Zwölfter und hat sich dann von ihm getrennt aus, wenn man das einmal rein sportlich betrachtet, eigentlich fragwürdigen Gründen. Man stand auf sicheren Beinen in der 2. Bundesliga, hatte überhaupt nichts mit dem Abstieg zu tun und das muss ja eigentlich das Ziel sein, das FC Erzgebirge, dann ist es eben zur Trennung gekommen und man hat mit Alexej Spielewski einen Trainer geholt. Der so schnell, wie er gekommen ist, eigentlich auch wieder weg war, weil sich, weil der Erfolg ausgeblieben ist. Und mit Timo Rost war es dann ähnlich. Erfolg ausgeblieben, man war nach dem Abstieg in die dritte Liga auch sofort wieder irgendwo im Abstiegskampf. Also da waren so Personalentscheidungen dabei, die halt auch dafür gesorgt haben, dass der FC Erzgebirge aus der zweiten Bundesliga abgestiegen ist und dann auch in der dritten Liga sofort irgendwo Probleme hatte. Und Leonhardt war zurückgetreten. Es ist eine neue Vereinsführung gekommen, die alles anders machen wollte, irgendwie alles besser machen wollte und es im Endeffekt dann nicht besser gemacht hat. Denn mit der Konsequenz, nun in der Regionalliga gelandet zu sein, ist es eben so, dass man nicht besser dasteht, sondern wesentlich schlechter. Genau vor ein paar Jahren ist man aus der 2. Bundesliga an die Regionalliga abgestiegen, erstmals viertklassig in der Vereinsgeschichte. Da sind so viele Dinge daneben gelaufen. Und man hat eben teilweise Fehler wiederholt, die bereits unter der alten Vereinsführung schon gemacht wurden. Der Leonharz wurde damals vorgeworfen, unter anderem, es gab viele Vorwürfe, aber unter anderem eben diese fragwürdigen Personalentscheidungen, Schnellschüsse, sich zu sehr an das Sportliche eingemischt zu haben und genau das passiert ja aktuell wieder. Man hat Matze Heydrich zum Beispiel im Dezember im Endeffekt überstimmt als Vereinsführung. Hat gemeint, es besser zu wissen oder es anders machen zu wollen. Und im Endeffekt haben sich diese Entscheidungen überhaupt nicht bewährt, sondern sind eher nach hinten losgegangen. Das war eigentlich so, jetzt mal ganz kurz zusammengefasst, dieser lange, lange Kommentar, wo es einfach darum ging zu beschreiben, dass die Dinge schon vor vielen Jahren angefangen haben.
Martin van Elten
00:09:30
Und man die Fehler wiederholt hat das würde ich auch nochmal rausstreichen dass das auf jeden Fall bei mir hängen geblieben ist dass du sagst man kommt wieder in die alten Muster zurück auch nochmal gerade das was du sagtest mit dem Vorstand, dass man sich in Sportliche einmischt, ich glaube das haben wir auch schon, mehrmals im Podcast irgendwie angesprochen dass das für uns oft widersprüchlich teilweise, Und ich glaube, das ist auch was, woran man gut so die Saison jetzt halt analysieren oder diskutieren kann. Ja, vielleicht Florian. Wir waren ja zusammen in Nordirland. Damit ist ja die Saison irgendwie angefangen. Ich kann mich auch noch daran erinnern, man war irgendwie voller Vorfreude. Man hatte große Erwartungen, Neuzugänge. Ich denke zum Beispiel mal an Erik Weinhauer, der mit viel Taram für kolportierte 40.000 Euro aus Jena gekommen ist. Trotzdem hatte man damals vielleicht auch noch so ein bisschen die Hoffnung, es kommen neue Neuzugänge noch, weil der Marcel Bär seit März verletzt war und man ja auch eine schlechte Rückrunde unter Härte gespielt hat. Wie würdest du die Stimmungslage im Sommer beschreiben?
Florian Dawin
00:10:34
Ja, die Stimmungslage im Sommer in Nordirland war grandios. Also es war ein absolut geniales Event aus Fansicht. Man ist da super angenommen worden. Man hat auch das Spiel gewonnen. Das war auch, ja, muss man vielleicht im Nachhinein sagen, der sportliche Wert des Spiels ist fragwürdig, aber man hat ja insgesamt eine positive Stimmung und wenn man dann eben auf die Neuzugänge erstmal blank drauf guckt…, Muss man auch sagen, da sind ja auch gute Spieler dabei. Also es sind auch Spieler dabei, die ich auch, wo ich jetzt heute rückblickend sagen würde, ja kann ich gut verstehen, dass man die damals verpflichtet hat. Also es war einfach eine sehr, sehr gute, positive Stimmung, die wir ja dann auch mit in dieses erste Heimspiel gegen Cottbus, mit in das erste Heimspiel gegen Rostock genommen haben, wo wir ja vor Ort waren. Da hat man ja gemerkt, da waren alle heiß. Rostock als super Rückrunden-Mannschaft in der Saison davor. Da war so ein bisschen die Erwartungshaltung, wir treffen gerade zwei Mannschaften aufeinander, die am Ende um den Aufstieg mitspielen oder sagen wir zumindest um die ersten sechs bis acht Plätze. Und ja, auch als wir dann nach dem 1-1, nee, 0-0 war es ja, ne?
Martin van Elten
00:11:48
0-0, ja.
Florian Dawin
00:11:50
Weil wir gefahren sind, war ich eigentlich positiver Dinge.
Martin van Elten
00:11:53
Wie siehst du es, Paul? Es wurde ja auch vor allem kritisiert zum Beispiel, dass man in der Abwehr nur einen Verteidiger hatte mit Seifert auf links, der sich dann auch noch verletzt. Es gab keinen Ersatz für Marcel Beer, das war ja auch so lange eine Diskussion. Es wurden ja verschiedene Stürmer korportiert. Also man denkt ja zum Beispiel nur mal an Pascal Testrot, der mit dem Verein in Kontakt gebracht wurde. Wie siehst du so die Saisonvorbereitung bis zum Ligastart?
Paul Steinbach
00:12:21
Ja, ich habe es eigentlich ähnlich erlebt wie Flo. Ich hatte den Eindruck, dass der Kader gar nicht so schlecht zusammengestellt ist. Ich meine, nehmen wir mal einfach als Beispiel Eric Ullmann her, der eine super Saison gespielt hatte bei Hannover 96-2, war dort Kapitän. Er hat auch ein paar Scorer gesammelt, gleich alle Elfbeter geschossen. Aber da waren schon Spieler dabei, die durchaus Potenzial haben und auch eine gewisse Vorfreude ausgelöst haben im Vereinsumfeld, auch Julian Guttau. Die Fahrt nach Nordirland hat eine Euphorie ausgelöst in gewisser Weise. 1200 Fans, die da mitfahren und ein gutes Spiel vom FC Erzgebirge erleben. Es ist so eine Nähe entstanden. Diesen Schwung hat man eigentlich auch mitgenommen in die Vorbereitung im Trainingslager und hatte ein sehr gutes Gefühl, weil die Mannschaft den Eindruck machte, sehr schnell zusammengewachsen zu sein. Allerdings hat sich das dann eben in der Saison nicht wirklich wiedergespiegelt auf dem Platz auch wenn der Start natürlich sehr vielversprechend war gegen Rostock wo Stefaniak auch noch die große Möglichkeit hat mit dem Straftaus den Sieg einzufahren aber ja letzten Endes hat sich dann auch mit der Niederlage in Ulm eine Woche später schon irgendwie angedeutet dass die Probleme, die es bereits in der Rückrunde der Vorsaison gab irgendwie noch mit über den Sommer hinweg gezogen haben, und das Ende von Lied ist eigentlich, dass man da auch zu wenig Punkte eingefahren hat und das selber war, wie gesagt, schon in einem halben Jahr zuvor der Fall.
Martin van Elten
00:13:57
Denkst du denn, man hat die Probleme unter Hertha dann zu spät sehen wollen oder konnte man sich im Verein nicht durchsetzen? Ich meine, wenn wir jetzt auf Matze Heydrich gucken, wollte er ja Hertha schon mutmaßlich nach dem siebten Spieltag gegen Osnabrück entlassen, weil es irgendwie nicht passt. Das Theater um Emma und Heydrich, diese Gruppenbildung, darüber wird ja auch schon lange geschrieben.
Paul Steinbach
00:14:22
Ja, da spielen mehrere Dinge hinein. Du hast es auch schon davor angesprochen mit der Tatsache, dass man eben nur mit einem Linksverteidiger in die Saison geht oder eben keinen Marcel-Berr-Ersatz holt, was auf jeden Fall ein Fehler war. Das habe ich gerade eben vergessen, das wollte ich jetzt noch ergänzen. Man hätte auf jeden Fall gerade im Sturm nochmal nachlegen müssen. Man konnte sich nicht darauf verlassen, dass Marcel-Berr überhaupt im Oktober wieder zurückkehrt. Das hätte auch noch viel länger dauern können. Im Endeffekt war es gut für den FC Erzgebirge, dass er dann letztlich im November gegen Lok Leipzig auch wieder auf dem Platz stand. Also das sind so Dinge. Und wenn dann eben noch abseits des Platzes, solche Themenauftauchungen wie zwischen Hertel und Emma, dass es da nicht funktionieren soll, das hilft natürlich im Gänse auch nicht. Im Endeffekt ist es so, dass Lars Fuchs, der dann letztendlich kam, ja auch schon viel eher zum Beispiel zum FC Erzgebirge kommen wollte. Da auch das schon eher Kontakte gegeben hat, das nicht zustande kam es wohl andererseits auch so gewesen sein muss, dass Jens Hertel auch jetzt nicht explizit danach gerufen hat, einen neuen Co-Trainer an der Seite haben zu wollen, Und insofern, es sind dann so Themen, die wie gesagt ablenken von der Tatsache, dass einfach auf dem Platz die Leistungen nicht gestimmt haben. Und aus welchen Gründen auch immer, ich glaube, das sind dann wirklich mehrere Gründe, die dafür gesorgt haben und nicht nur die, die wir jetzt auch schon besprochen haben.
Martin van Elten
00:15:48
Tobias, war der Kader zu dünn zu dem Zeitpunkt? Du schaust ja auch immer gerne auf unsere Neuzugänge und auf Spielweisen oder was ich vielleicht auch nochmal konkretisieren will. Also wenn man sich anguckt, es hat ja auch fast die ganze Saison die gleiche Abwehr gespielt, die relativ wackelig war. Man hatte dann ja auch wenig Breite im Kader und trotzdem 70 Gegentore.
Tobias Düsterdick
00:16:10
Ja genau, ich glaube, das ist das entscheidende Problem gewesen. Also ich glaube, das kann man jetzt gar nicht so an den einzelnen Spielern irgendwie auch klar machen. Wir hatten dann einen ganz jungen Tristan Zobel geholt, der hätte die Kohlen nicht aus dem Feuer holen können. Und Ryan Malone, von dem man glaube ich aufgrund seiner Erfahrungen, also ich hätte von ihm bedeutend mehr erwartet, denn wie gesagt, diese Sache mit diesem, dass wir nur einen Linksverteidiger hatten, was ja damals schon gesagt hatte, dass ich das äußerst kritisch finde, dann hatten wir natürlich auch so als Ersatz für Marcel Bär eigentlich nur Stürmer, die jetzt eigentlich ja nur bei mittelklassischen Viertelgisten wahrscheinlich irgendwie gut performt hätten. Also ich denke, ich glaube, dass wir einerseits natürlich großes Pech hatten, aber gleichzeitig auch nicht die Breite im Kader hatten. Wir hatten dann natürlich nochmal auf der Linksverteidiger-Position da ja nochmal ganz gut nachgelegt mit Collins. Aber weißt du noch, als ich neben dir saß, irgendwie in dem einen Spiel als Collins zum ersten Mal reingekommen ist, Martin, der sich irgendwie warm gemacht hat. Und ich dann irgendwann während des Spiels sagte, du, ich glaube, der hat sich verletzt. Ich glaube, das war gegen 60.
Martin van Elten
00:17:21
Ne?
Tobias Düsterdick
00:17:22
Das war gegen 60, wo er dann irgendwie gegen Mitte, Ende der zweiten Halbzeit gehumpelt hat und ich dachte, okay, der hat jetzt so lange nicht gespielt, der hat sich jetzt nochmal kurz warm gemacht, der wird sich den Muskelfaserriss geholt haben. Das heißt also, wir haben circa ein Drittel unserer Saison eigentlich ohne einen echten Linksverteidiger gespielt.
Florian Dawin
00:17:41
Ja, da hat dann ja auch Paul Seidel ist dann ja als junger Mann mit auf die linke Seite gekommen, der dann drei, vier, fünf Spiele auch in Fair damals gemacht hat. Das hat er für einen jungen Mann aus der eigenen Jugend gut gemacht, aber halt nicht auf dem Drittliganiveau.
Martin van Elten
00:17:59
Es gab noch eine andere große Debatte im Sommer, Tobi. Das war um Martin Menne. Fing das schon an, weil er ja bei der Einstellung seines Sohnes war. Und dann hatten wir ja auch so eine Verkettung. weiß nicht, ob du dich noch erinnerst, Uli stand dann erst im Tor, hat sich verletzt. Und das war ja auch so ein bisschen der Weg für Louis Lord.
Tobias Düsterdick
00:18:19
Genau, also da habe ich ihn ja auch in dem Interview auch darauf angesprochen, dass er jetzt auf einmal von der Nummer 3 zur Nummer 1 geworden ist und sich auf einmal jetzt zu einem wirklich echt guten Drittliga-Torhüter entwickelt hat. Der hat immer noch ab und an so seine Wackler, aber ich glaube, für den war das, glaube ich, wirklich auch die Gunst der Geschichte, würde ich sagen. Aber ich glaube schon irgendwie, dass Martin Menne, man muss es vielleicht auch sagen, der ist jetzt glaube ich mein Alter, der ist jetzt glaube ich so 38, ich glaube der hat doch langsam so ein bisschen genug also so ein bisschen und er hat dann irgendwie auch gesagt, okay gut ich bin jetzt lieber bei einer Einschule und meines Sohns dabei, vielleicht auch jetzt so ein bisschen auch vor dem Hintergrund hat gesagt, er hat ja auch ganz ganz viel bei seinen Kindern auch verpasst Ja.
Martin van Elten
00:19:04
Ist auf jeden Fall eine Sache, die sich durchzieht Martin Mellon nur 28 Ligaspiele, Lois Lord 10 Ligaspiele Max Ulrich 1 Ligaspiel die Jugend heute auf jeden Fall mehr im Blickpunkt, aber um nochmal ein bisschen in die Analyse der ersten sieben Spiele zu gehen, also wir waren mit vier Punkten nach dem Osnabrück-Spiel auf dem 18. Platz, wir haben nur gegen Havelse gewonnen, ganz knapp, das Unentschieden gegen Hansa und dann noch fünfmal verloren und ich glaube Paul, da war schon der Druck auf Hertel riesengroß und es wurde ja auch kolportiert, dass er dann ja entlassen werden sollte, was dann aber nicht passiert ist.
Paul Steinbach
00:19:42
Ja, nach dem Osnabrück-Spiel hatte ich auch mit Jan Zertl gesprochen, vor Ort an der Bremer Brücke. Und da war schon niedergeschlagen, absolut verständlich. Er hat einem auch echt leidtun können, muss man sagen. Das Osnabrück-Spiel zum Beispiel, ich weiß nicht, ob ihr das noch vor Augen habt.
Martin van Elten
00:19:59
Die rote Karte für Ballon, ne?
Paul Steinbach
00:20:01
Genau, aber schon viel eher. Aue macht halt eigentlich ein richtig gutes Spiel beim VfL Osnabrück, wo der VfL noch lange nicht so in den Lauf hatte, den der VfL dann zum Ende der Saison hatte, weshalb der VfL auch absolut verdient aufgestiegen ist. Da war Aue mindestens mal gleichfertig, hatte gute Chancen. Man hatte vor der Halbzeitpause die große Möglichkeit durch Julian Kotau, als er den Pfosten trifft und dann in der zweiten Halbzeit machst du wieder die Tore nicht. Julian Günter Schmidt hat die Riesenmöglichkeit dann letztlich auf das 2-2. Man hat immer so, es zieht sich auch wie ein roter Faden durch die Saison, dass man diese Schlüsselmomente nie nutzen konnte. Man hat es in diesen Momenten immer verpasst, irgendwo oder irgendwie das Platz zu wenden und auf die eigene Seite zu ziehen. und das war in diesen ersten sieben Spielen schon absehbar und hat sich dann leider sofort gesetzt. Wie gesagt, Jens Herde konnte man zu dem Zeitpunkt meiner Meinung nach eigentlich nicht mal konkret was vorwerfen, weil man eben auf dem Platz es verpasst hat, die Schlüsselmomente anders ausgehen zu lassen.
Martin van Elten
00:21:10
Aber es spricht ja nicht jetzt gerade dafür, dass Manze Heyrich irgendwie die Führungsgewalt im Verein hat, dass er da nicht immer den Trainer entscheiden kann, oder Flo? Das ist ja vielleicht auch schon so, wo es anfängt, dass der Vorstand sich mehr ins Sportliche einmischt.
Florian Dawin
00:21:27
Ja, das ist auf jeden Fall so. Das ist die wiederkehrende Frage des Verantwortungsbereich oder des Entscheidungsbereich des Sportdirektors, Geschäftsführer Sport, wie man das Kind auch nennt. Und dementsprechend ist das ja dann wieder, was Paul auch am Anfang aufgeworfen hat aus seinem Artikel, dass auch hier wieder die Gremien, um diesen Begriff mal zu benutzen, Vorstand, sich dann doch tatsächlich in die konkrete sportliche Arbeit mit einmischt. Und was sie ja dann, das ist ja der Witz an der Sache, jetzt heute wieder sagen, wir haben gemerkt, wir müssen uns wieder mehr in die sportlichen Bereiche mit einmischen. Ich glaube, das haben sie ja eigentlich die ganze Saison doch schon sehr stark gemacht.
Martin van Elten
00:22:15
Aber ich verstehe das ja auch so, dass man sich aus dem Sportlichen raushält. Vor drei Jahren war das ja auch so, als der neue Vorstand angetreten ist. Oder das ist ja mittlerweile schon, nee, vier Jahre ist es ja, also dreieinhalb Jahre ist es ja quasi, ja 2022 ist ja der Helge Leonhard abgetreten. Und da war ja auch so ein bisschen die Prämisse, man hält sich jetzt raus. Also wie Paul auch gerade schon meinte. Also das ist ja vielleicht auch das, wo es anschließt, dass man daraus nicht gelernt hat. Oder beziehungsweise, dass man das wieder revidiert. Wir mischen uns jetzt doch wieder ins Sportliche ein.
Florian Dawin
00:22:49
Ja, das ist es und das ist ja die Frage, hat man vielleicht zu dem Zeitpunkt auch schon wirklich nicht mehr so viel Vertrauen in Matze Heydrich gehabt nach dem schwachen Saisonstart, denn die Neuzugänge, die er geholt hat oder die geholt wurden, haben ja auch schon am Anfang wirklich teilweise nicht funktioniert. Also Weinauer ist gar nicht reingekommen, Guttau war ja erstmal dann auch verletzt, Malone, also vielleicht ist da auch irgendwo der Punkt. Wo das Vertrauen schon in Matze Heydrich schon früh verloren war, dass man ihm nicht mehr so viel Verantwortung gegeben hat.
Paul Steinbach
00:23:27
Ja, ich glaube, mich mal noch kurz einzuschalten, was auch dafür gesorgt hat, dass man da vielleicht weiter an Herde festgehalten war, weil natürlich einerseits, dass die Vereinswürden halt trotzdem ein bisschen Kontinuität haben wollte, auf der Trainerposition. Herde war ja trotzdem erst zu dem Zeitpunkt, ja, ein knappes Dreivierteljahr da, nachdem ja im Endeffekt schon die Deutsche Entlassung unglücklich verlaufen war, wo es dann im Nachhinein so heißt, als wäre der Roland Frötschner als Vereinspräsident da so eine führende Kraft gewesen, das so durchzuboxen. Ja, wahrscheinlich hatte da einfach die Vereinsführung gehofft oder das Gefühl, dass es vielleicht nicht allein an Hertel liegt und dass da die Möglichkeit ist oder dass noch so viel Zeit ist, dass es ja noch in die andere Richtung gehen kann. Und vielleicht war die Vereinsführung auch zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz so, wie soll ich sagen, begeistert von Heidrichs Anzinn, Schuppetitze-Asthmer da hinzusetzen. Wir werden ja dann sicherlich auch noch im weiteren Verlauf darauf zu sprechen kommen, wie das dann abgelaufen ist, aber das wird sicherlich auch noch Rolle gespielt haben zu dem Zeitpunkt.
Martin van Elten
00:24:35
Hm, was ja auch eine interessante Fügung oder Wendung ist. Ja, auf jeden Fall, es folgten erstmal zwei Siege, also da gibt es ja wieder diesen Effekt, was passiert, wenn man am Trainer festhält, es kann genau das gleiche passieren, wie wenn man Trainer wechselt, irgendwann gewinnt man mal wieder. Ich glaube, gegen 60 war es ein verdienter Sieg. Gegen Aachen war es auf jeden Fall ein schmeichelhafter, verrückter Sieg mit der Fallmannflanke, die zum Torschuss wird und zum Tor. Also ich glaube, dass wir auch so ein bisschen da die Glücksträhne so ein bisschen wieder hatten. Oder ich erinnere mal an das Unentschieden auch in Verl, wo wir eigentlich ja auch 20 Schüsse, 30 Schüsse gegen uns hatten. Das Unentschieden in Hoffenheim, das war auch kein richtig gutes Spiel. Man holt trotzdem einen Punkt. Klar, man hat auch doof verloren. Und ich glaube, diese Periode, da sticht halt das Regensburg-Spiel nochmal raus. Ein absolutes Freak-Spiel, Tobias, mit dem Weinhauer, der dann in der Nachspielzeit den reinknallt und alle fordernden Wochen lang Weinhauer und Weinhauer ist der neue Held.
Tobias Düsterdick
00:25:35
Ja genau, aber das ist ja so ein typischer Effekt irgendwie, den du hast, wenn halt mal so ein ehemals gehyptes Spieler, der dann erstmal tief gefallen ist oder erstmal seine Erwartungen nicht erfüllen könnte, dann einmal trifft, dass das dann ja praktisch jetzt so zum großen Volkshelden wird. Das habe ich ja damals schon einmal in allerersten Fußballtagen erlebt mit 15 Jahren bei Sachsen-Leipzig. Ja, aber das ist halt so ein bisschen, manchmal ist es dann vielleicht auch so, dass auch das große Ganze dann auch nicht gesehen wird.
Martin van Elten
00:26:03
Ja gut, also ich glaube aber, die nächste Phase ist auf jeden Fall die Erfolgsphase der Saison. Man gewinnt auch noch bei Lok Mitte November, die zu dem Zeitpunkt weit vorne sind in der Regionalliga Nordost. Marcel Bär ist wieder dabei, der trifft auch noch gegen Lok. Also ich finde, wir haben da ein ordentliches, gutes Spiel gemacht. Und dann ist auch noch die Mitgliederversammlung, wo Schlesinger dann neuer Präsident wird. Und so ein bisschen die Kritik verstummt schon und dann würde ich aber sagen, dann verliert man unglücklich in Wiesbaden, letzte Sekunde auch noch so ein Traumtor da, und dann das Unentschieden gegen Ingolstadt 2 zu 2 in der letzten Sekunde, wo Jonas Scholz noch den Ausgleich macht und dann war ja schon wieder die nächste Trainerdiskussion am Start, Paul, ich glaube da war dann wieder, also da ging es ja dann auch schon drum, wie geht es jetzt noch die letzten zwei Spiele vor Weihnachten rein, das Duisburg-Spiel und das Schweinsportspiel?
Paul Steinbach
00:27:00
Ja, absolut. Erst einmal will ich sagen, die Mitgliederversammlung war ja vor dem Lok Leipzig Spiel und die Mitgliederversammlung war eigentlich im Vergleich zu den anderen in den letzten Jahren die ruhigste. Da war noch gar kein großer Aufschrei irgendwo trotz der Situation, der tabellarischen Situation. Man hat irgendwo bei jedem Fan auch, der dort vor Ort war, das Gefühl gehabt, dass so eine Selbstsicherheit besteht, dass der FC Erzgebirge ja gar nicht absteigen kann. Da kam der Sieg bei Lok Leipzig, der meiner Meinung nach eher ein bisschen glücklich war. Sehe ich auch so. Der FC Erzgebirge da schon eigentlich kein gutes Spiel abgeliefert hat, man aber wieder sofort gesehen hat, welchen Einfluss Marcel Bär auf die Mannschaft hat und welchen Unterschied Marcel Bär machen kann. Und dann sprichst du es an, das Ingolstadt-Spiel, was du in dieser Situation, in der du dich befindest, niemals herschenken darfst. Und da zieht sich dann eben wieder dieser rote Baden durch und dann war eigentlich klar, dass früher oder später was passieren muss. Es war auch für uns klar, dass jetzt irgendwas dann in den nächsten Tagen passieren wird. Das Ergebnis, was dann letztendlich folgte, war dann allerdings schon ein bisschen überraschend, wenngleich das schon irgendwo sich angedeutet hatte mit den Aussagen, die getroffen wurden von der Vereinsführung.
Martin van Elten
00:28:22
Also es wurde Jörg Emmerich entlassen oder der sollte weg. Und dann ist Matze Heidig an der Konsequenz auch gegangen, weil er das nicht mittragen wollte. Und ich glaube, ich kann mich noch gut an die Mitteilung erinnern, das war, Lars Fuchs wird Co-Trainer, um Hertel den Rücken zu stärken und dann kam ja auch schon Steffen Ziffert als Berater, der aber gleichzeitig kein Sportdirektor werden sollte.
Paul Steinbach
00:28:47
Genau. Es war ja auch so, dass, wie gesagt, Matze Heydrich hatte dort vorgetragen, dass Jens Hertel dann wirklich entlassen werden soll, dass man da erstmal mit Schupe Tietze interimsmäßig weiter machen möchte, weil er ja diese Lizenz besitzt. Emmerich sollte Co-Trainer bleiben und dieses Gespann sollte eben dann erstmal die letzten zwei Spiele zusammen bestreiten und, ja, es kam alles anders und im Nachhinein hat sich das, was man dann eben umgesetzt hat, als Verein hat sich dann auch nicht wirklich bemerkbar gemacht oder bewährt, wenngleich natürlich die in der kurzfristigen Sicht mit einem Punkt dann in Duisburg, wo man ein gutes Spiel macht und im Sieg gegen Schweinfurt natürlich dann trotzdem erstmal alles, ganz okay schien.
Martin van Elten
00:29:40
Ja Florian, wir waren ja auch zusammen in Duisburg. Ich glaube, also so eine Abwehrschlacht haben wir selten gesehen, also hat einem natürlich irgendwie dann auch nochmal so eine Hoffnung gegeben, es geht jetzt zumindest bis Weihnachten vielleicht nicht auf den Abstiegsplatz und das Schweinfurt-Spiel ein absolutes Freak-Spiel auch.
Florian Dawin
00:29:59
Ja, auf jeden Fall, das war ein ganz guter Jahresabschluss, muss man sagen. Auch wenn man schon... Ja, gegen Schweinfurt dann feststellen muss, zu dem Zeitpunkt sah man schon, die sind deutlich unterlegen im sportlichen Belang. Und da hast du ja auch dann zwei Eigentore von denen. Das war schon wirklich sehr glücklich. Ich frage mich immer noch bei dieser Phase, die ihr jetzt ja gerade besprochen habt, ob da diese Lösung mit Schubiditze, ob die von dem Verein nicht so gewünscht war, weil es eine interne Lösung war und man ja nochmal vielleicht irgendwie an die Mark-Hänsel-Phase dachte vor einigen Jahren, wo der dann ja auch eingesprungen ist, mehr oder weniger, und das auch nicht wirklich erfolgreich lief.
Paul Steinbach
00:30:43
Naja, der Grund war de facto, das hatte ich mit Schlesinger dann letzten Endes im April besprochen, als Schuppetize dann wirklich zum Trainer ernannt wurde. Warum denn nicht gleich? Warum nicht schon eher? Und da war es ein Argument, dass man in der Situation auf den erfahrenen Trainer vertrauen wollte. Auf einen, der das schon mal nachgewiesen hat, lassen zu können. Im Nachhinein ist es dann trotzdem fragwürdig, wie es dann gekommen ist. Warum man dann innerhalb von ein paar Monaten die Meinung ändert. Weil im Endeffekt hat Schubetitze dann in den letzten Monaten gezeigt, klar, wir sind ja gerade noch in einer anderen Phase, aber in den letzten Monaten hat er dann gezeigt, dass er es kann. Insofern wirkt es dann schon ein bisschen skeptisch, wenn man im November, Dezember dem Trainer noch nicht das Vertrauen schenken möchte und dann doch.
Martin van Elten
00:31:31
Tobi, ist das, was du nachvollziehen kannst?
Tobias Düsterdick
00:31:34
Naja, ich denke schon, also ich sage, Jens Hattel war ja eigentlich schon seit Jahren so der absolute Wunsch-Trainer-Kandidat für das Erzgebirge, ich glaube, von ihm wollte man sich nicht trennen, das ist ein renommierter Trainer, der ist jetzt mehrfach aufgestiegen und der war auch ein Trainer, der ja so auch ein bisschen aus der Region ja auch kam und ich glaube halt, mit Hänsel ist es ja damals auch wirklich, wirklich mies gelaufen, ich denke, was ich mich jetzt erinnern kann, Paul, da kannst du mich jetzt auch gerne korrigieren, der hat ja danach ja auch dann das Trainergeschäft verlassen, das Professionelle, oder?
Martin van Elten
00:32:07
Das war ja noch unter Helge Leonhardt und man hat sich dann ja im Prinzip von ihm getrennt.
Tobias Düsterdick
00:32:16
Genau, aber ich denke schon, also die Argumentation kann ich jetzt grundsätzlich nachvollziehen, aber ich glaube, was ich mir jetzt vielleicht auch so psychologisch, was ich dir auch vorstellen kann, zu sagen, okay, wir haben uns jetzt sozusagen von dem Sportdirektor getrennt, unter anderem aufgrund dieses, Aspektes und wenn wir das jetzt so schnell wieder vorziehen, würden wir ihm da jetzt auch im Grunde Recht geben. Also insofern kann ich das jetzt auch schon ein Stück weit nachvollziehen, aber ich denke, im Nachhinein ist man immer schlauer und ich weiß nicht, ob ich es in der Situation Schuppetize zugetraut hätte.
Paul Steinbach
00:32:55
Also ich auch nicht. Also ich hätte in dem Moment wahrscheinlich ich auch Schuppetizien nicht zugetraut, einfach weil mir ganz persönlich eben auch die Erfahrung gefehlt hat. Deswegen will ich die Entscheidung da grundsätzlich erstmal Nein gesagt zu haben und gar nicht irgendwo kritisieren. Ich habe auch gedacht, dass wenn es jemand reißen kann, dann ein erfahrener Trainer. War dann ja nicht so.
Martin van Elten
00:33:18
Aber Florian, vielleicht haben ja auch die Punkte über die Probleme noch ein bisschen hinweggetäuscht. Also man konnte sich ja auch noch einreden. Zur Winterpause hatte man 22 Punkte. Man sagte, 45 Punkte reichen für einen Klassenerhalt. Damit war man ja im Soll. Und Aachen hat ja auch eine richtig schlechte Hinrunde gespielt.
Florian Dawin
00:33:36
Das stimmt. Aber andererseits, wenn man sich die Spiele nochmal anguckt, das 60-Spiel fand ich jetzt nicht ganz so das Heimspiel ganz überzeugend. Und da gab es doch auch diesen Eckball, der direkt reingegangen ist, den 60 da weggepfiffen hat. Wenn die das Tor machen, sieht das Spiel wieder anders aus. Gegen Ingolstadt, diese Geschichte, mit dem habt ihr ja angesprochen, der Last-Minute-Sieg, wo man ja auch schon seit der 30. Minute in Überzahl spielte und das nicht in der Lage war, das zu gewinnen. Das sind schon Punkte, wo man wirklich sagen kann, das war keine gute Hinrunde. Und trotzdem will ich mich auch noch mal oder zumindest noch mal den Blick drauf werfen, das bei der Personalie zu dem Zeitpunkt an Hertel festzuhalten. Es gehört natürlich auch irgendwie dazu, dass er ja dann damals im Winter gekommen ist und auch eine sehr verkorkste Wintervorbereitung hatte, wo dann im Havelse-Spiel dann alle Spieler reihenweise, also in der Rückrunde erstes Spiel auswärts, dann reihenweise die Spieler mit Magen-Darm wegbrachen.
Martin van Elten
00:34:40
Ich muss die nochmal korrigieren, das war das Hannover-2-Spiel.
Florian Dawin
00:34:43
Achso, ja, aber genau, Hannover 2-Spiel, selbe Stadion, aber diese Winterverwaltung war nicht gelaufen, dann hat man mit Marcel Baer ja eben diesen großen Verlust gehabt und dementsprechend kann ich dann auch verstehen, dass man dem Trainer durchaus nochmal die Winterpause geben möchte. Da kommt natürlich dann gleich auch irgendwo die ganze Geschichte um den Sportdirektor, der dann kommt und die Verpflichtung, die dann oder die Verpflichtung, die getätigt wurde auf der Spielerseite. Aber ich kann es verstehen, dass man das damals so entschieden hat.
Martin van Elten
00:35:19
Bevor wir die Hinrunde abschließen, noch mal eine kleine Erinnerung. Also der Torwart wurde ja auch gewechselt mit Lord, der hat die Spiele gegen Ingolstadt, Duisburg und Schweinfurt gemacht. Ich glaube, zu der Zeit war es auch noch mal so ein bisschen was anders gemacht, was anders gemacht wurde, hat Hertel ja auch zum Beispiel von uns Lob für bekommen, dass Lord dann so Riesenspiele da abliefert, wo er uns dann teilweise alleine die Punkte da gefühlt festhält und dann starten wir ja schon ins Neujahr. Ja, Tarnath wird eigentlich direkt vorgestellt, so die Gespräche sollen inzwischen Weihnachten und Silvester stattgefunden haben, er ist ja schon am 5. Januar zum Unionenspiel dann da gewesen im Erzgebirge, dann kommt Vincent Okansee aus Bielefeld, Bielefeld 2, ist dann aber auch der einzige Neuzugang und dann wurde ja auch kolportiert, dass Tasche und Bornstein irgendwie weg sollen, also man hat ja noch versucht auch Spieler loszuwerden, aber keine Spieler bekommen, dann hat man das Hansa-Spiel, wo man unglücklich verliert in letzter Sekunde. Das 0-3 gegen Ulm, ja, mega schlechtes Spiel, Pepic macht ein Tor, Malone haut den Pepic da um oder verletzt ihn da fast und dann das Debakel in Havelse, Ende Januar, kurz vorm Ende der Transferperiode. Ähm, ja ich weiß nicht, wo wir da am besten anfangen, vielleicht erstmal, Tobias was denkst du denn, warum war es so schwierig im Winter sich noch zu verstärken, also gerade als man sozusagen ja auch noch, tabellarisch besser gestanden hat so die erste Januar, erste, zweite Januarwoche sah es ja eigentlich noch ganz gut aus.
Tobias Düsterdick
00:36:55
Ich glaube ein Stück weit hat einfach auch die Vision gefehlt es wurde ja immer gesagt, dass auch Zahnat Zahnat irgendwie die Leute jetzt nicht von der Region das irgendwie überzeugen konnte. Also man muss es ehrlicherweise auch sagen, ich meine, das ist eine Region, das ist jetzt schön zum Hinreisen, aber ich meine, wenn du halt so Spieler verpflichten willst, irgendwie so Profispieler, die sind ja irgendwo zwischen 20 und 30 und die wollen dann ja vielleicht auch noch ein bisschen mehr Leben um sich praktisch drumherum haben. Und ich denke halt einfach auch, dass das vielleicht auch finanzielle Fragen gewesen sein könnten. Also ich glaube halt so ein bisschen, mein Metanetan hat ja überhaupt gar nicht in dieser Region verortet ist, wo er gehofft hat, irgendwie, der kann seine Kontakte zu Bayern spielen lassen, zu Hannover spielen lassen, das ist ihm da, das war vielleicht einfach auch der richtige Mann am richtigen Ort, einfach aber auch zur falschen Zeit.
Martin van Elten
00:37:46
Paul, ich glaube beim Mitgliederinformationsabend letzte Woche müsste es ja gewesen sein. Da wurde ja auch nochmal zu den Winterneuzugängen nachgefragt.
Paul Steinbach
00:37:55
Ja, genau. Da wurden sehr viele Dinge besprochen, die in diesen Zeitraum fallen. Wie macht man es am besten kurz? Sportvorstand Taustein hatte gesagt beim Infoabend, dass man an mehreren Spielern dran war, die letzten Endes allesamt bei Allemannia Aachen gelandet sind. Hat das auch noch begründet, weshalb das so gewesen ist, weshalb man diese Spieler nicht bekommen hat. Aachens selbst wollte dieses Geld eigentlich gar nicht in den Kader stecken zu diesem Zeitpunkt, sondern wollte irgendwie die Geschäftsstelle neu machen, und hat dann aber aufgrund der Situation, dass sich Alemania befand, entschieden, da nochmal in die Tasche zu greifen und ein paar Spieler zu holen und da hätte man einfach dann nicht mitziehen können, was die Finanzen angeht. Es kam dann ja auch in dieser Phase, muss man sagen, trotzdem ein bisschen was dazwischen. Öhmischenmeier zum Beispiel im Gespräch von Dynamo Dresden der allerdings Kontakte da irgendwie in die Fanszene hat und deshalb sich ungern zum Rivalen nach Aue begeben wollte und deshalb dann auch nach Aachen gegangen ist also. Da sind dann schon so ein paar Dinge zusammengekommen allerdings, sieht das natürlich dann überhaupt nicht glücklich aus und überhaupt nicht gut aus für Michael Tannert wenn dann wirklich gar kein Spieler kommt außer de facto ein Oberligastürmer, von Bielefeld 2, gerade in der Situation, in der man sich befindet, gerade zu dem Zeitpunkt, wo eigentlich Neuzugänge, Hätten kommen müssen, muss man ganz klar sagen. Ihr habt es vorhin schon angesprochen, es gab viele Spieler im Team, die in der Hinrunde das Potenzial oder die Qualität, die sie haben, überhaupt nicht abgerufen haben. Ich habe es auch mehrmals damals in Artikeln thematisiert, dass bei vielen, vielen Spielern in der Hinrunde die Drittligatauglichkeit gefehlt hat. Das muss man einfach so ganz klar sagen. Das hat sich in vielen Situationen bestätigt. Und ja, dass es dann eben nicht gelingt in dieser Phase Verstärkungen zu holen und, gleichzeitig ja zu sagen, dass die Qualität angeblich im Kater vorhanden sei, ja, und es nur darum geht, DPS auf den Platz zu bringen und, herauszufinden, worum es nicht möglich war in der Hinterrunde DPS auf den Platz zu bringen, das ist dann schon ein bisschen zu einfach.
Martin van Elten
00:40:15
Ja, wir hatten das ja auch nochmal diskutiert, als dann Hertha schon entlassen war, war es wahrscheinlich aussichtslos, noch jemanden zu bekommen, oder? Also Ende Januar kriegt man dann gar keinen mehr.
Paul Steinbach
00:40:29
Es war sicherlich sehr spät, gar keine Frage. Es war ja unmittelbar nach den Haarwessel-Spielen, was an sich auch schon verrückt war, weil Haarwessel bis zur 70. Minute überhaupt nicht stattgefunden hatte, weil Aue schon klar die bessere Mannschaft war bis dahin und auf einmal völlig unerklärlich sich hinten reinstellt und dem Gegner zum Tore schießen einlädt. Also ein Schelm, wer da Böses denkt. Ich glaube, es wäre schon möglich gewesen, noch ein paar Spieler zu holen, aber dann kannst du eben nicht nur 20 oder 30 Leute anrufen, dann musst du halt so lange anrufen und versuchen, Spieler zu bekommen, bis jemand halt Ja sagt. Und man hat ja das auch schon bei anderen Medienberichten gelesen, dass es eine Menge Spieler gab, die sich selbst angeboten haben und das hatte ja auch Michael Tarnath selbst schon mal zugegeben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da niemand dabei war, der der Mannschaft hätte besser weiterhelfen können als Gwenzel Tukenzi.
Martin van Elten
00:41:32
Ja, ich glaube, das ist auch ein bisschen müßig, das nochmal zu Ende, das tot zu diskutieren, warum keiner gekommen ist. es ist ja irgendwie, es ist ja Fakt. Man kann es ja auch nicht ändern und vielleicht auch nochmal in der Chronologie zu bleiben. Also nach dem Havelser Debakel wurde dann, Das war auch ein bisschen ein merkwürdiges Interview. Vielleicht, vorhin kannst du da nochmal drauf eingehen, wie ratlos Tanat war und was auch auf uns so wirkte, also ob ihr da überhaupt die Kompetenz besitzt für diesen Schritt oder die Macht.
Florian Dawin
00:42:04
Ja, das war ein sehr skurriler Moment, weil ja da einfach irgendwie so stand, ja, wir müssen jetzt erstmal nach Hause fahren und natürlich müssen wir überdenken, was da passiert ist. Aber man merkte wirklich, da war irgendwie, es war schon, es wirkte sehr planlos im ersten Moment und auch möglicherweise dann eben diese Situation, die dahinter steckt, dass er eben seit 30 Tagen im Amt war, wahrscheinlich weniger Tage und dementsprechend auch noch gar nicht mit dem Vorstand und mit dem Aufsichtsrat und mit den ganzen Gremien so stark im Austausch war und noch nicht so richtig wusste, wie er das handeln soll. Ich denke, das war dann schon klar. Aber ich denke auch schon, dass ihm in dem Moment klar war, dass das mit Jens Hertel nicht mehr weitergehen kann. Das wird wahrscheinlich auch ein Teil der Wahl gewesen sein.
Martin van Elten
00:42:57
Man war dann 17. Die drei Spiele nach der Rückrunde insgesamt verloren. Auch verheerend 2 zu 8 Tore, minus 6. Also echt nochmal im Schnitt halt wirklich klatschen, wenn man da mal drüber nachdenkt. Und dann kommt der neue Trainer, Tristof Dabrowski. In Hannover Connection wurde oft gesagt, Tobias, wir hatten ja auch, glaube ich, ja, wir hatten ja auch überlegt, wer denn überhaupt noch in der Zeit bereit war, Aue zu übernehmen in der Situation, wo man ja quasi gar keine Zeit mehr hatte, irgendwas zu ändern.
Tobias Düsterdick
00:43:30
Ja genau, ich denke, das wird ja auch das große Problem gewesen sein. Ich denke, ich greife jetzt mal so ein bisschen vor, nämlich auf den Post von Erik Mejetschak. Also das, was ich auch schon mehrfach in dem Podcast gesagt hatte, man hatte das Gefühl, dass es innerhalb dieses Vereins ja überhaupt gar nicht mehr stimmt. Und da würde ich mich jetzt irgendwie auch fragen, wer setzt sich denn jetzt in dieses Schlangenest, wenn nicht furchtbar masochistisch ist oder furchtbar verzweifelt ist oder einen furchtbar starken Todeswunsch hat.
Martin van Elten
00:44:01
Ja, es ist ja immer noch ein Profi-Club. Selbst in der Regionalliga hat man ja relativ professionelle Bedingungen. Und ja, das Profil unter Helge Leonhardt war ja oft, den nächsten Tedesco zu finden. Also ich glaube, Paul, der Wunsch war groß, irgendwie immer jemanden zu entdecken. Davon ist dann der neue Vorstand ein bisschen abgewichen. Der hat dann auch eher nach Namen gescoutet. und im Endeffekt wahrscheinlich, die kannten sich alle aus Hannover. Das wird die Erklärung sein.
Paul Steinbach
00:44:32
Dann hat es ja selber zugegeben, der hatte einen Mann im Telefonbuch. Also so ungefähr hat er es zugegeben. Das war Christoph Dabrowski, sie kannten sich, sie haben zusammen gearbeitet. Und ich persönlich war jetzt auch nicht so im ersten Moment schlechte Entscheidung. Also ich fand, Dabrowski hatte Hannover damals in der Liga gehalten, hatte bei Rot-Weiß-Essen einen ganz guten Job gemacht. Insofern war ich jetzt gar nicht so schlechter Dinge mit Blick auf den FCE und die Entscheidung hatte aber natürlich trotzdem im Hinterkopf das Gefühl, dass es vielleicht sogar schon zu spät sein könnte einfach weil man mit Ulm und Habelse zwei Schlüsselspiele verloren hat, Schlüsselspiele gegen direkte Konkurrenten wo man mit null Punkten rausgeht und im Endeffekt sind das sechs Punkte die dir am Ende fehlen und die sich auch nicht wieder aufholen lassen gegen direkte Konkurrenten. Also deswegen, das Gefühl hatte ich trotzdem, unabhängig davon, dass da mit Dabrowski ein neuer Trainer gekommen war und vielleicht mit dem einen oder anderen nochmal ein gutes Gefühl wiedergekehrt war. Aber ich hatte da schon meine Zweifel, ob es auch mit Dabrowski überhaupt noch reichen könnte.
Martin van Elten
00:45:51
Florian, bist du auch so negativ oder das Gefühl, dass man schon die Schlüsselspiele verloren hat. Also ich glaube, das ist vielleicht auch die Art und Weise, wie man gegen Harbel so verloren hat zum Beispiel.
Florian Dawin
00:46:01
Die Art und Weise definitiv. Aber wenn ich so in mich kehre, dann glaube ich schon, da hatte ich schon noch Hoffnung, dass das funktionieren wird oder dass es eine Möglichkeit gibt. Denn es war ja doch noch einiges an Saison zu spielen. Natürlich kam dann ein schwieriger Block mit Cottbus, Osnabrück, 60 München, Aachen. hinten raus wurde es ja dann teilweise deutlich einfacher. Das war schon durchaus möglich, Und was mich immer wieder umtreibt, ist einfach an der Stelle nochmal eben den Punkt, den wir auch schon öfter mal hatten. Bei all diesen Entscheidungen, die da in diesem Jahr gelaufen sind, wo ist da der Anteil der Spieler? Beziehungsweise konkreter gesagt, wir sind da einfach bei dieser Debatte, dass wir eigentlich außer Marcel Bär in der Rückrunde keinen der etablierten Führungsspieler haben, die wirklich eine gute, durchgehende Serie hatten. Alle hatten irgendwelche Problemchen und Wehwehchen, also ob es jetzt, also Führungsspieler, die den Anspruch auch an sich haben scheinbar, wie Edem Maeczak sind, der dann zwischen Startelf und Bank pendelte, Marvin Stefaniak, der immer wieder Schwierigkeiten hatte.
Martin van Elten
00:47:21
Gutau, der ständig verletzt ist, wenn man es mal ehrlich sagt.
Florian Dawin
00:47:25
Das ist eben auch noch ein weiterer Punkt, den wir jetzt noch gar nicht so in die Tiefe besprochen haben. Aber ich glaube, das ist noch ein weiteres Puzzlestück dazu.
Paul Steinbach
00:47:35
Das ist ja so ein Punkt, den ich vorhin schon mal angedeutet habe, dass es halt mehrere Gründe sind, die da im Endeffekt mit reingespielt sind. Und ich meine, es ist auch ein Zeichen, wenn mit Pavel Dotschev, Jens Hertel und Christoph Dabrowski in Summe drei renommierte Drittliga-Trainer es nicht schaffen, ein FC Ersgebirge irgendwo in der Spur zu halten oder überhaupt erstmal in die Spur zu bekommen. Und dann ist halt ein ganz entscheidender Punkt, dass Charakterspieler fehlen in der Mannschaft. Das war schon in den vergangenen Jahren der Fall, dass man davon so wenige hatte. Man hat es halt dann wieder im Sommer verpasst, da nachzulegen, auch weil dann im Endeffekt dann Spieler wie Weinbelohn und Müerngünder Schmidt, die ja erfahren sind, man sicherlich auch den jungen Spielern etwas mitgeben können, aber halt mit der eigenen Leistung haben, nicht mit überzeugen können.
Martin van Elten
00:48:26
Und es ist, glaube ich, auch eine starke Führungsspielerkrise über die Saisonphasen, dass man auch zum Beispiel nochmal einen Fallmann hat, der ja auch letztes Jahr nochmal große Angebote hatte, stark abgebaut. Gibt es, glaube ich, einige, wo die Leistungen halt auch nicht mehr stimmen und das Gerüst in der Mannschaft auch gefehlt hat. Also wir hatten zwar ein defensives Gerüst an Leuten, die viel gespielt haben, aber in der Offensive kann man ja wahrscheinlich gar keine Leute nennen, die halt so ein bisschen das Gerüst ausgemacht haben. Ich denke immer mal an Stefaniak mit seinen Verletzungen, Guter mit seinen Verletzungen, Marcel Bär, der die halbe Saison fehlt oder ein gutes Drittel der Saison fehlt. Also das Gerüst fehlt ja auch irgendwie so ein bisschen. Also vielleicht nochmal zur Bilanz von Dabrowski. Neun Spiele waren es. Die ersten beiden waren unentschieden gegen Saarbrücken und gegen Viktoria Köln. Und dann sieben Niederlagen in Folge. Cottbus, Osnabrück, 60 München, Aachen, Essen, Mannheim, Hoffenheim 2. Natürlich muss man das Phantom-Tor nennen, was auch nochmal so ein bisschen reingeschlagen hat. Und aus meiner Sicht auch dieses Spiel gegen Hoffenheim so ein bisschen ausgelöst hat. Das Spiel gegen Hoffenheim, das war, glaube ich, indiskutabel. Und wir haben uns alle anders 3 zu 8 gegen Paderborn. Vor vier Jahren erinnert gefühlt. Tobias, das war nicht nur Slapstick, das war ja schon auch hochnotpeinlich, das Spiel an Ostern.
Tobias Düsterdick
00:49:51
Ich glaube, das war ja fast schon Arbeitsverweigerung, würde ich sagen. Ich glaube, das war eine fußballische Form des Protests.
Martin van Elten
00:49:59
Gegen den Trainerspielen, frage ich mal provokant zurück.
Tobias Düsterdick
00:50:02
Könnte man ja fast so sehen.
Martin van Elten
00:50:04
Glaubt ihr, das hat auch eine Rolle gespielt in der Phase?
Tobias Düsterdick
00:50:07
Ich glaube schon. Ich denke, das war ja eine komplette Arbeitsverweigerung. Ich weiß natürlich nicht, was in der Zeit im Wesentlichen passiert ist. Das ist jetzt bloß eine These von mir, dass ich jetzt absolute Wahrheit stehen lassen. Aber ich glaube, das war ja nun wirklich in der Tat eine Arbeitsverweigerung, muss man ehrlich sagen. Ich weiß nicht, wie du das siehst, Paul.
Paul Steinbach
00:50:30
Ich glaube, um mal die ganzen Spiele irgendwo noch zu nennen, die halt dazwischen waren, Die Heimspiele oder woanders, es gab so viele Heimspiele in diesem Jahr, in welchen der FC Erzgebirge, also wirklich ganz entscheidenden Partien, wo es viel ging, wo schon im Vorfeld viel drauf stand. Ulm, Osnabrück, Aachen, Hoffenheim. Da hat von Anfang an eine gewisse Schärfe, eine gewisse Bereitschaft gefehlt. Man hatte das Gefühl, dass die Mannschaft erst eine halbe Stunde, 40, 45 Minuten braucht, um richtig anzukommen. Ich weiß noch, das Aachen-Spiel.
Martin van Elten
00:51:07
Die 0-2 zur Pause.
Paul Steinbach
00:51:09
Genau, 0-2 zur Pause und die Fans vorher mit dem Fanmarsch, die sagen, wir müssen von der ersten Sekunde an da sein. Aber die Mannschaft macht es halt nicht. Und das hat sich so durch die Saison gezogen und dann war halt auch Hoffenheim dann im Endeffekt das Spiel, was, jetzt mal ganz salopp gesagt, den Vogel abgeschossen hat. Weil man einfach von Anfang an überhaupt nicht da war. Und gerade in diesem Spiel, wo man hätte... Der zu der Zeitpunkt zweitschlechtesten Mannschaft der Liga hätte nochmal richtig zufügen können. Man hätte Hoffenheim schlagen können, man hätte selber nochmal neuen Mut schöpfen können im Abstiegskampf und hätte zugleich Hoffenheim richtig in die Bedrohung bringen können. Und all das Ganze ist halt komplett nach hinten losgegangen, weil man absolut unverständliche, total schwache, fürchterliche erste 30 Minuten abgeliefert hat.
Florian Dawin
00:52:02
Und teilweise auch wirklich mit eklatanten Fehlern in der Abwehr oder im Defensivverhalten. Das waren ja unglaublich.
Paul Steinbach
00:52:09
Mir fällt die Aktion ein von Eric Uhlmann, wo er in der eigenen Hälfte dort den Ball verspringen lässt. Ich glaube, das war sogar das Tor, was zum 0-1 führt, wo er eben da 10 Meter der Ball verspringt. Da sind wir wieder bei dem Thema, dass die Spieler ja eigentlich gute Spieler sind, die absolut wahrscheinlich auch zur Rechten der Dritten Liga bei einem Verein untergekommen sind, aber die halt zu selten in der Saison, und das trifft halt auf die Spieler in der Breite zu, zu selten in der Saison ihr Potenzial, ihre Qualität auch auf den Platz gebracht haben.
Martin van Elten
00:52:39
Ich möchte nochmal in einen Punkt reinsteigen. Das ist Fans. Und zwar, es gab ja in der Hinrunde den Fahnenklau, da haben wir ja noch gar nicht drüber gesprochen. Und aus meiner Sicht hat das auch so ein bisschen mit für einen Knick gesorgt, dass dann in der entscheidenden Phase nochmal vor Weihnachten so ein bisschen die Energie auch teilweise fehlte, dass man nochmal einen einfordert, Und ich glaube, das war mit dem Ingolstadt-Spiel ja auch so, dass das völlig leblos war und auch auswärts in Wien, da war ich ja auch, dass das von außen irgendwie monatelang fehlte. Und wie du gerade ansprichst, ich glaube, so ab März kommt dann die Fanszene wieder auch mehr zurück und dann ist es eigentlich auch schon zu spät. Ich weiß nicht, Florian, wie du das wahrgenommen hast.
Florian Dawin
00:53:24
Ja, das ist jetzt so eine Parallelität, auf jeden Fall. Das kann man nicht wegdiskutieren. Und die Fanszene und die Stimmung und die Unterstützung im Erzgebirg stand, aber auch auswärts. Ich erinnere noch gerade an Jan Regensburg mit dem vollgepackten Gästeblock da. Das ist natürlich ein Faustfand. Das ist etwas, was den Verein als Gesamtes ausmacht. Nichtsdestotrotz müssen die Spieler einfach professionell sein und ihrem Job nachgehen. Und die Dinge ernsthaft angehen. Und da muss man sagen, das ist noch ein weiteres Puzzlestück in dieser ganzen Puzzle oder dem Abstieg auf Raten vielleicht, den wir da jetzt irgendwie hatten. Aber das ist, glaube ich, derjenige, der am kleinsten ist. Da gibt es andere Bausteine wie auch die Winterpause, in der nichts ging und kein Spieler oder nahezu nur Orkansi verpflichtet wurde, das ist ein kleines Puzzlestück.
Martin van Elten
00:54:27
Um die Ära Dabowski nochmal abzuschließen, der Vereinsgeburtstag fiel ja auch da rein. Ich glaube, das war eine gelungene Veranstaltung, der 80-jährige Geburtstag, auch nochmal der letzte große Auftritt von Harald Motis, wenn man jetzt nochmal dran erinnern kann aus der Perspektive. Unsere Vereinslegenden nochmal alle vor Ort, die halt noch leben und ich glaube, es war natürlich auch mit den Außen, mit den Umständen dann eher traurig. Also ich glaube, Paul, du warst ja auch vor Ort, hat das nochmal einen Effekt gehabt oder die Stimmung war getrübt?
Paul Steinbach
00:55:06
Ich war tatsächlich nicht vor Ort, meine Kollegin war vor Ort, die, ja, ich meine, das gesamte Event war natürlich erst mal so, es war schade, dass es eben in diesem Zeitraum fällt, weil ich glaube, der Verein sich echt gehofft hätte, zu diesem Zeitpunkt in einer anderen Situation zu stecken und dass dann trotzdem, ich meine mich zu erinnern, dann 5.000 bis 7.000 Leute im Stadion sind unter der Woche trotz der Situation und dort gemeinsam den 80. Geburtstag des Vereins feiern, das ist dann schon eine starke Nummer. Ich glaube, in der FC Erzgebirge dort in einer anderen Situation ist dann ist das Stadion wahrscheinlich voll und es zeigt auch nochmal diesen Zusammenhalt der FC Erzgebirge den die Fans eigentlich haben, es zeigt auch das letzte Spiel worauf wir vielleicht noch zu sprechen kommen vor Eimlicher Kulisse gegen Duisburg wo auch nochmal mehr als 10.000 Zuschauer im Stadion sind, also insofern der 80. Geburtstag war schon ein gelungenes Event auch was ich so gehört habe von anderen Leuten die da waren aber ja, wie gesagt es ist schade, dass dieses Event dann eben von Niederlagen umrandet wurde.
Martin van Elten
00:56:20
Noch abschließende Kommentare zur Ära Dabrowski. Ich glaube, man sollte ihm auch nochmal alles Gute wünschen. Also haben wir ja noch nicht gesagt, aber Jens Hertel hat ja auch zum Beispiel jetzt schon einen neuen Job als U19-Trainer von Union Berlin. Ich hoffe auch persönlich, dass er dann irgendwie nochmal einen Job findet im Profifußball. Das wäre ihm auf jeden Fall zu gönnen. Er hat sich ja auch nichts zur Schulde kommen lassen, jetzt persönlich. Also ist ja auch in eine sehr, sehr schwierige Lage da irgendwie reingekommen.
Tobias Düsterdick
00:56:49
Genau, also manchmal ist es einfach so, manchmal soll es eben einfach nicht sein. Und wir wissen ja am Ende ja auch nicht, wozu es am Ende gut gewesen sein soll. Und man muss natürlich immer auch sagen, dass ein Trainer, die verdienen gut auch schon in der dritten Liga und fallen ja dann in aller Regel ja dann auch verhältnismäßig leicht.
Martin van Elten
00:57:08
Gut, dann kommen wir zu internen Lösungen, die dann kamen, das Duostubi-Titze-Kern. Sieben Spiele waren es, haben nur das erste Spiel gegen Regensburg verloren. Knapp war es. Holen dann aus sechs weiteren Spielen neun Punkte. Das hätte insgesamt für den neunten Platz in der Zeit gereicht. Also auch nochmal vom Punkteschnitt deutlich besser und natürlich mit den Highlights, dass sie natürlich auch dann im Halbfinale Sachsen-Pokal gegen Canvis gewonnen haben und natürlich den Pokalsieg, den wir gleich nochmal besprechen wollen. Florian, was denkst du, was denkt sich Matze Heydrich über diese Entscheidung?
Florian Dawin
00:57:45
Tja, der wird da zu Hause sitzen und sich denken, ja toll, jetzt bringen sie mal eine Lösung daraus und das funktioniert. Ich glaube, das wird ihn sehr ärgern, frustrieren und es ist noch schlimmer einfach, weil es einfach ja auch eine Vereinslegende des FC Erzgebirge ist, die man jetzt verloren hat.
Martin van Elten
00:58:11
Was denkst du, Paul, ist das für ihn persönlich nochmal... Schwieriger oder ich denke mal, so wie man ihn kennt, er hat ja auch einfach sehr, sehr viel Herzblut auch mit der Aufgabe verbunden.
Paul Steinbach
00:58:25
Ich glaube, dass die letzten Monate für ihn ganz persönlich der Horror sind. Ich war auch am Anfang skeptisch, was, Mitunter Matzes Arbeit anbelangt. Ich finde, er hat auch Fehler gemacht in der Kaderplanung, aber er hat trotzdem unheimlich viel für den Verein geleistet. Nicht nur als Sportgeschäftsführer, sondern eben auch schon zuvor als Spieler. Und dass es dann so gelaufen ist, wie es jetzt im Endeffekt gekommen ist. Und dass Schuppetizia dann wirklich Trainer ist. Seine Idee im Endeffekt umgesetzt wurde und die auch noch funktioniert. Und er eben nicht mehr mitwirken kann, nicht mehr mithelfen kann. Seinen Verein wieder dahin zu führen, wo er seiner Meinung nach hingehört. Ich bin auch der Meinung, dass er wahrscheinlich hätte sogar noch andere Möglichkeiten gehabt, im Winter Leute ins Erzgebirge zu lotsen. Das ist ja noch eine ganz andere Sache. Aber wie gesagt, es wird ihm sicherlich sehr schwer fallen, da von außen jetzt auf den FC Erzgebirge zu schauen und zu beobachten, was da jetzt so vor sich geht.
Martin van Elten
00:59:32
Ich glaube aber, wir sollten auch nochmal sein Engagement für das Glennavin-Spiel erwähnen. Also das ist ja wirklich, ja, dadurch, dass wir es auch ein bisschen mitinitiiert haben und er persönlich hat sich da ja auch so stark für eingesetzt. Ohne ihn wäre dieses ganze Event hätte nie stattgefunden. Andere Geschäftsführer hätten gesagt, ihr habt doch eine Meise, wenn man mit so einer Idee kommt. Und ja, er hat da auch, glaube ich, relativ viel auf sich genommen und war ja auch sehr zufrieden mit dem, wie es gelaufen ist und hat ja damit auch so ein bisschen den Zusammenhalt auf jeden Fall gestärkt, der dann ja auch im letzten Sommer über einiges hinweg getäuscht hat oder auch ein paar Wunden wieder zugemacht hat, die wir ja durchaus auch durch die Vorsaison schon hatten. Also von daher, das kann man auch nochmal, sollte man ihm auch nochmal auf jeden Fall hoch anrechnen, dass er sich da auch für eingesetzt hat. Und ist ja auch jemand, der immer nah an den Fans irgendwie ist, auch sich für keinen Mitgliederabend, für keinen Fanclubbesuch zu schade war und so. Also es war ja durchaus auch ein sehr nahbarer Sportgeschäftsführer. Florian, ich glaube auch, du hast es ja auch mitbekommen, er war ja auch bei uns immer gerne und hat uns einen O-Ton geliefert.
Florian Dawin
01:00:38
Genau, dieses Nahbare ist das Wort, was das am besten trifft. Er hat nicht nur diesen Geschäftsführersportposten ausgeübt, sondern auch irgendwie so eine Vereinslegende, wichtiger Spieler des Vereins, der dann eben auch ein offenes Ohr hat in alle Richtungen, auch Richtung Fans und Richtung Fanszene, aber auch gegenüber richtigen normalen Fans und Mitgliedern. Also das ist wirklich schade, dass man das verloren hat, auch wenn man über gewisse sportliche Dinge eben diskutieren kann und ich hoffe, dass er dann auch in der nahen Zukunft wieder einen Job findet dann erstmal und auch irgendwo irgendwann zurückblicken kann und auch den Frieden mit dieser Zeit im Erzgebirge wieder schließen kann.
Martin van Elten
01:01:33
Ja, vielleicht mal zu den sportlichen Entscheidungen von Schubi Tietze. Also Martin Mendel war kalten Kapitän mehr, hat irgendwie Marcel Bär zum Kapitän gemacht. Ähm, Tobias, auch ein großer Schritt nach so vielen Jahren, wo Martin Mende als Kapitän war, ich glaube über zehn Jahre, elf Jahre sowas, ne, insgesamt?
Tobias Düsterdick
01:01:54
Auf jeden Fall. Also ich denke so ein bisschen, aber ich glaube, er hatte vielleicht auch ein Stück weit erkannt, dass einfach auch Marcel Bär mittlerweile einfach auch die größere Präsenz einfach auch auf dem Platz natürlich auch übernommen hatte und ein Stück weit natürlich auch so, dass er ja auch gesagt hat, okay, wir leiten jetzt noch langsam mal hier eine neue Ära auch in diesem Verein, die auch einen.
Paul Steinbach
01:02:15
Wird da ein bisschen widersprechen wollen, ja sicherweise. Ich glaube, es hat weniger damit zu tun, sondern eher damit, dass ein Torwieler kann immer nur bedingt eingreifen im Spiel, ja, selbst als Führungsspieler und auch mit dem Schiedsrichter zu kommunizieren. Und das war der Punkt, weshalb Schupe Tietze dann letzten Endes Marcel Baer die Kapitänsbinde überreicht hat. Also ich glaube auch nicht, dass Schupe jetzt unbedingt sofort eine neue Ära einneuten will. Ich hatte ja vorhin auch schon Martin Mendel angesprochen. Man muss auch noch ein bisschen differenzieren, warum man manchmal nicht im Tor gestanden hat. Und das war ja in der Hinrunde vor allem die Verletzung, die er sich im Wienwies-Baden-Spiel zugezogen hat. sonst wäre wahrscheinlich da im Saison also hinrunden Endspurt wahrscheinlich auch gar nicht Luis Lott und Tor gestanden. Insofern muss man das so ein bisschen differenziert betrachten. Ich bin der Meinung, dass es, jetzt weniger damit zu tun hatte, unbedingt eine neue Ära einläuten zu wollen, sondern eher die Verantwortung, auf dem Platz, auf andere Schultern verteilen wollte, die mehr direkt als Feldspieler auf dem Platz stehen, als Martin Mendel zwischen dem Pfosten.
Martin van Elten
01:03:29
Trotzdem, Kapitän Marcel Baer, Florian, wir haben dir sofort das Chemnitz-Bild im Kopf, wie er da sich über das Tor freut. Und das hat ja auch nochmal so ein bisschen Drive ausgelöst, auf jeden Fall das Halbfinale gegen Chemnitz.
Florian Dawin
01:03:43
Ja, das war dieses ikonische Bild nach dem Tor, nach dem 2-0, wo man dann wirklich mit seiner Geste sagte, hier ist der Deckel drauf oder das ist schon ein tolles Bild, was dann ja auch viral gegangen ist und vom Verein auch gut genutzt wurde, und ich glaube aber auch das, was Paul ansprach, dass dieser, Kapitänswendenwechsel ist sicherlich gut begründet an der Stelle und da muss man natürlich auch bedenken, dass Schubidice eben dann eben selber, Stürmer war oder Offensivspieler und dann das auch nochmal besser einschätzen kann und zudem Marcel Bär ja dann wirklich, der einzige Feldspieler ist, der dann über die Saison hinweg gesehen die Leistung geliefert hat, die man von ihm erwartet. Und dann macht es Sinn, diesem Spieler die Binde zu geben und ihn zu stärken.
Martin van Elten
01:04:39
Wie kann man denn den Kurs interpretieren, Paul, ob jetzt Schubi Tietze Cheftrainer bleiben soll? Also ich erinnere mich an das Interview bei Magenta Sport, wo Präsident Schlesinger gefragt wird, wie sieht es aus? Er bestätigt, dass alle Namen im Prinzip im Gespräch sind, unter anderem auch noch Tiffert und dass es bis Montag eine Entscheidung gab. Dann hat es ja noch zwei Tage gedauert. Wie würdest du das sehen? War man einfach nicht entschieden oder hat man sich noch nicht getraut, jetzt Schubitice vorzeitig auch das Vertrauen für die nächste Saison auszusprechen?
Paul Steinbach
01:05:11
Ich glaube, dass es zu dem Zeitpunkt noch eine Uneinigkeit gegeben hat. Und ich glaube auch, dass es die an dem Montag noch gegeben hat, aber halt eine gewisse Mehrzahl im Endeffekt für Schubitice gestimmt hat. Das ist mein persönlicher Eindruck, den ich auch aus den ganzen Interviews gewonnen habe, auch in Interviews nach dieser Entscheidung oder auch nach dem Zwickau-Spiel am Pfingstwochenende nochmal mit Schlesinger gesprochen und habe da immer noch nicht die volle Überzeugung heraus gehört, dass Schlesinger ein Fan von dieser Entscheidung ist. Man kann sich natürlich täuschen, aber in der Art und Weise, wie er sich ausgedrückt hat, er hat quasi er hat Schubetite durchaus für die letzten Wochen gelobt, für die Ergebnisse, die dabei herumgekommen sind, hat aber auch gesagt, Ergebnisse sind zwar besser geworden, die Spielweise aber nicht. Es gibt so Dinge, die darauf schließen lassen, dass er das selbst vielleicht ganz gerne hätte anders gemacht, aber in Summe ist es so, die Gremien haben gewollt, dass Schubert-Hitze weitermacht und das hat er sich auf jeden Fall verdient, wenn man auf die Ergebnisse blickt und wenn man generell verfolgt, wie Schubert-Hitze in den letzten Wochen gearbeitet hat, dann ist das auch für mich ganz persönlich die absolut richtige Entscheidung.
Martin van Elten
01:06:26
Tobias, wie siehst du es? Also es ist ja auch unter Fans durchaus umstritten. Ich denke auch nur mal an unseren ehemaligen Podcast-Kollegen Thomas, der dann ja auch meinte, also was du gerade auch gesagt hast, die Spielweise hat sich ja wirklich nicht verändert. Man ist vielleicht ein bisschen erfolgreicher, aber...
Tobias Düsterdick
01:06:44
Ich sehe es ehrlich gesagt ein bisschen anübelend, muss ich sagen. Also man muss natürlich gucken, was hätten wir jetzt für Alternativen gehabt. Also eine Alternative wäre zum Beispiel Christian Tiffert gewesen, der in der Ecke und Anleger ja auch noch nicht so wirklich so super viel gerissen hat. Also ich glaube, man versucht jetzt so ein bisschen so auf die heimische Lösung jetzt zu setzen. Aber was man vielleicht sagen kann, um es mal in den Worten von Helge Leonhard zu sagen, er hat jetzt vielleicht am Ende dann doch so ein bisschen die Wismu-DNA und ich glaube, da versucht man jetzt auch ein Stück weit zu setzen.
Martin van Elten
01:07:16
Ja, das ist ja vielleicht auch nochmal ein Thema, Paul. Es wurde ja auch, sagen wir mal, von Lutz Lindemann wurde ja auch da so ein bisschen drauf rumgehackt, als man sich dann für, Taworski entschieden hatte, dass er die Region nicht kennt und so und das sind ja auch so Geschichten, die um den Verein auch durchaus verbreitet wurden.
Paul Steinbach
01:07:37
Ich habe es ehrlicherweise ein bisschen anders gesehen als Lucindemann, aber dafür sind wir ja alle Menschen, dafür haben wir ja alle unterschiedliche Meinungen und, meine Begriffe, Ich hatte zumindest das Gefühl, dass es vielleicht mal gar nicht schlecht ist, jemanden Außenstehenden zu haben, der vielleicht noch mit einem anderen Blick die Dinge angeht. Ich konnte natürlich die Worte Lutz Lindemanns absolut nachvollziehen. Im Endeffekt ist es so, die Wismut-DNA gehört zum Verein. Und das ist das, was die Fans sich wünschen. Das ist das, was die Fans fordern, dass man füreinander auf dem Platz steht, miteinander kämpft, füreinander kämpft und da wirklich alles herauslässt. Und das übergreift natürlich auch in einer anderen Position, abseits des Platzes. Und ja, insofern schätze ich, hat auch die Vereinsführung, die jetzt da ist, eine Lehre daraus gezogen, was das Auswahlverfahren anbelangt, welche Leute man ins Erstgebirge holt oder auf eine gewisse Position setzt und welche nicht.
Martin van Elten
01:08:49
Ja, Florian, denkst du nicht auch, dass das vielleicht so eine Ablenkung auch nochmal war? Dass, also, oder nochmal, vielleicht nochmal Ablenken von den Fehler, die vorher auch gemacht wurden? Also, ich meine, man kann ja im Endeffekt immer die interne Lösung fordern. Es kann ja keiner beweisen, dass es wirklich besser gelaufen wäre.
Florian Dawin
01:09:07
Ja, das ist natürlich auch wirklich der Punkt, man hat mit Schubidize dann jemanden, den man bringt und Enrico Kern, die halt diese Wismut-DNA haben. Damit haben sie schon mal einen Vertrauensvorsprung. Andererseits wirken sie dann halt wie so diese kleine Lösung, weil man keinen anderen gefunden hat. Vielleicht jemanden wirklich extern, der nicht aus dem Erzgebirge kommt. Wobei ich dann auch da einschränkend sagen muss, dass ja jetzt zu diesem Zeitpunkt, wo wir dann auf die Regionalliga Nord-Ost dann gucken, muss derjenige ja auch irgendwie Expertise von zumindest der Regionalliga, dem Bereich haben. Weil das sind ja die Spieler, die wir jetzt scouten, die wir ja auch schon verpflichtet haben. Vier Verpflichtungen, alle vier sind von Vereinen aus der Regionalliga Nordost.
Martin van Elten
01:09:56
Man hat ja mit Ziffert aber auch.
Florian Dawin
01:09:58
Jaja, klar, das hat man auch. Das mit Dabrowski war ja rückblickend eigentlich ein wirklich spannendes Experiment, aber halt wirklich zu einem ganz unglücklichen Zeitpunkt, wo alles irgendwie schon am, ja, Paul sagte, schon eigentlich aus seiner Sicht zu spät war. Da war das nicht mehr zu holen. Und ich frage mich irgendwo im Moment, wo ist das zwischen einerseits, wir werden vielfach dieses Zusammenrücken, wir müssen wieder zusammenrücken und andererseits haben wir auch immer wieder die Anregung dafür, dass wir sagen, naja, aber man muss halt auch in den Vorständen mit einerseits diskutieren und argumentieren. Und wenn dann eben sich der Vorstand in der Mehrheit für Schubidice entscheidet und Thomas Schlesinger jetzt nicht der absolute Freund ist oder nicht derjenige, der da jetzt, sagen wir mal, dafür war, sondern die anderen dafür waren, dann ist das eben so. Aber zwischen diesem Spannungsfeld befinden wir uns irgendwo und wir können halt leider nicht in die Glaskugel gucken und sehen, was nächste Saison ist. Aber ich glaube, dass es mit Schubedizio eine gute Lösung ist.
Martin van Elten
01:11:04
Gute Lösung, ja. Wir hatten ja auch noch den Mitgliederabend, der war ja letzte Woche... Auch nochmal eine ganz schräge Nummer. Es gibt erst eine Petition, dann wird angekündigt ein breiter Mitgliederabend, dann gibt es die Kommunikation. Ja, leider haben wir nicht genug Platz, es dürfen nur Mitglieder zukommen. Ja, die Presse war ja auch anwesend, also es war ja jetzt trotzdem nicht im Prinzip intern, es war ja trotzdem im Prinzip öffentlich. Paul hat ja schon auch so ein paar Sachen gesagt, die dann korportiert wurden mit dem Winter neu zu gängen und so weiter Ist es denn das Reinigen in den Gewitter, was jetzt benötigt wird, Paul, oder ist es wirklich gerade erstmal der Anfang von der Diskussion?
Paul Steinbach
01:11:47
Es wird mir echt schwer zusammenzufassen oder zu erklären, was das jetzt war letzte Woche, Ist ja auch schon mal eine Aussage Ja, ich und viele andere Leute sind aus der Veranstaltung raus und haben gesagt, so wirklich schlauer ist man nicht. Es wurde viel diskutiert, es wurde auch emotional diskutiert, aber es war im Endeffekt ohne Ergebnis. Das, was sich bereits in den letzten Wochen abgezeichnet hatte, hatte sich im Endeffekt wieder bestätigt. Ich selbst habe jetzt nicht das Gefühl gehabt, dass auch Selbstreflexion eine große Rolle spielt in der Vereinsführung. Es wurde sehr defensiv agiert, es wurde viel verteidigt, es wurde gesagt, dass Entscheidungen falsch sein können. Also im Nachhinein sich das falsch erweisen können. Dass es aber schwer ist, Entscheidungen zu treffen und es ja immer einfach ist, Entscheidungen im Nachhinein zu kritisieren. Aber das kam natürlich bei den Fans, die anwesend waren, bei den Mitgliedern, die anwesend waren, überhaupt nicht gut an. Deswegen, mir fällt es da wirklich schwer, im Endeffekt dann so Kernpunkte zum Beispiel wiederzugehen. Es ging viel um Spieler, was die Spieler nicht gemacht hätten Und dass ja auch auf dem Pult, nenne ich jetzt mal, hätten 22 Spieler sitzen müssen und nicht die Vorstandsmitglieder. Ja, das waren so Aussagen, die da gefallen worden waren, weil die Spieler hätten ja auf dem Platz gestanden und nicht die Vereinsführung. Also man hat das Ganze sehr defensiv gestaltet. Man hat sich viel verteidigt und das kam dann bei den Fans so an, dass es Zwischenrufe gab nach dem Motto, das ist doch Lobhudelei. Also ich hatte den Eindruck, dass viele Mitglieder sehr enttäuscht das Erzgebirgsstadion an dem Dienstagabend verlassen haben.
Martin van Elten
01:13:44
Ja Florian, die Berichte, die wir noch zugeschickt bekommen haben von Bekannten und so weiter, das ist ja auch sehr ambivalent. Also es zeichnet ja auch relativ chaotische Zustände, wobei natürlich auch, ich weiß auch nicht, ob das Format von sowas richtig ist. Also irgendwie sich einfach nur auszutauschen, nachzufragen oder ob man nicht auch andere Diskussionsforen irgendwie für sowas braucht.
Florian Dawin
01:14:12
Ja, aber das bestätigt jetzt ja, dass unser Bild, was Paul da beschrieben hat, dass es irgendwie in dem Vorstand da recht wenig Selbstkritik gibt oder das nicht wahrgenommen wird. Da sind ja dann auch mit rund um die Michael-Tanert-Geschichte sind ja da auch, Informationen genannt wurden, die dann auch wiederum sagen, also sinngemäß war es ja, dass Michael Tarnath wollte ja erst weiter, oder man wollte ja mit Tarnath weiterarbeiten, hat ihm da eine Summe genannt vom Budget, was er hat, da war aber nicht die Berufsgenossenschaft mit drin und als er das dann hörte, war dann wiederum er auf jeden Fall nicht mehr mit dabei, weil er nicht mehr sich in der Lage sah, damit einen Kader zu gestalten.
Martin van Elten
01:15:02
Ja, sowas finde ich schräg, dass man sowas im Detail ploppt, weil das disqualifiziert den ja auch irgendwie.
Florian Dawin
01:15:10
Ja, aber das zeigt ja irgendwie auch ein Bild, dass da in dem Vereinsvorstand an vielen Stellen eben nicht professionell gearbeitet wird und wurde, sondern eher wie der Verein, der Kaninchenzüchterverein, jetzt mal böse gesagt. Und dann ist es halt das Problem, wenn dann jetzt keine Selbstkritik da irgendwie entsteht. Denn wir haben ja auch schon mal in ein paar Folgen zuvor, haben wir auch gesagt, da muss ich ja irgendwie irgendwas tun eigentlich im Vorstand. So hilft auch nicht immer weiter, nach dem Bauernopfer zu rufen. Aber irgendwie hat man die Sorge, dass es damit so ein Jahr, wir wurschteln uns jetzt weiter, wie diese Saison und die letzten zwei, drei Jahre weitergeht.
Paul Steinbach
01:15:57
Dazu will ich vielleicht noch ergänzend sagen, dass ich habe Thomas Schlesinger an Zwickau nochmal darüber angesprochen auf den Abend und auf den Vorwurf fehlender Selbstreflexion, der ja wirklich von vielen Fans auch kam. Da hat er gemeint, dass man sich schon intern kritisch bespricht, dass man das Ganze kritisch auswertet. Es ist aber im Endeffekt Fakt, es kommt ganz darauf an, was in den kommenden Wochen passiert, Monaten, was der Vorstand dann macht. Also ganz einfach so weitermachen kann es sicherlich aus Vereinsperspektive nicht geben. Das hatte ich ja auch ganz klar in dem eingangs nochmal erwähnten Kommentar auch geschrieben, dass eigentlich ein Neuanfang nur gelingen kann mit einer neuen Vereinsführung. Weil diese Fehler, die man sich jetzt in den letzten Monaten geleistet hat, die darf man sich auf jeden Fall nicht erneut leisten. Wenn man dann hört, du hast es ja vorhin schon angesprochen, Flo, dass man sich dann jetzt trotzdem hinstellt und eine Erkenntnis ist, dass man hätte noch viel eher sportlich eingreifen müssen. Ja, das ist schon, ich weiß nicht, ob das dann die richtigen Schlüsse sind.
Martin van Elten
01:17:11
Ja, ich glaube, wir belassen es erstmal zum Mittwoch der Abend da und schauen dann nochmal auf den Saisonabschluss. Das Spiel in Schweinfurt können wir auch nochmal nennen, 2 zu 4. Ja, das Gedenken an Harald Motes hat ja über allem da gestanden. Und Florian hat das ja schon letzte Woche erzählt, wie überrascht auch der Kollege vom Bayerischen Rundfunk war. Ja, dass man noch so viel Fanunterstützung dann hatte, was sich dann ja auch noch ins Sachsenpokalfinale jetzt in Zwickau mitgezogen hat, trotz der... Prekären Situationen sportlich.
Florian Dawin
01:17:46
Das ist etwas, was den Verein ausmacht und das ist ja das, was in dieser Saison so, mehr oder weniger der einzige Lichtblick ist, den man mitnehmen kann, dass die Fanszene mit allen Schwierigkeiten und nicht nur die Fanszene, sondern die Fans allgemein, trotzdem zu ihrem Verein stehen und wollen, dass ihr Verein erfolgreich ist, und das ist irgendwo schön, dass dann einerseits die Fans, die nach Schweinfurt gefahren sind, belohnt sind mit einem torreichen Spiel und mit einem versöhnlichen Saisonabschluss. Und genauso, dass es dann in Zwickau aus meiner Sicht souverän der Sachsenpokal geholt wurde. Und auch nochmal, dass es da ja scheinbar im Großen und Ganzen recht ruhig geblieben ist und es keine unschönen Bilder gegeben hat, außer eine Vielzahl an Pyrotechnik, die ich ja in gewissem Maße auch gar nicht verkehrt finde.
Martin van Elten
01:18:43
Ich muss auch direkt nochmal Geschichte erzählen. Ich bin da mit dem Zug hingefahren und es stand ja in den Ferninfos, es gibt einen Shuttlebus. Als ich dann am Bahnhof ankam, wurde mir von der Polizei gesagt, ja der ist nicht von der Polizei, vom Busfahrer, ja der ist gerade weg und die Polizei hat mir dann geraten, ich solle doch mit der Straßenbahn fahren, wo die ganzen Zwickaufenstern auch drin waren. Ich hätte ja sowieso alles im Beute. Das war schon ein bisschen skurril, sodass ich dann anderthalb Stunden in der Hitze zum Stadion laufen musste. Aber insgesamt kann ich auch bestätigen, das war relativ ruhig. Die Fanszene ist auch mit dem Zug oder Bus gefahren, aber ja auch Schienersatzverkehr, auf jeden Fall ziemlich voll auf der Rückfahrt. Und ja, Paul, ich glaube, das war schon beeindruckend, wie das so 90 Minuten da abging.
Paul Steinbach
01:19:29
Also erst einmal muss ich die Stimmung generell loben, die im gesamten Stadion geherrscht hat. Das war eine würdige Finalatmosphäre. Es war auch gut, dass es dann insofern keine großen Vorkommnisse gab und wirklich der Sport irgendwo im Vordergrund stehen konnte. Und im Endeffekt, Flo hat es schon gesagt, es war ein souveräner Auftritt vom FC Erzgebirge und im Endeffekt ein verdienter 2-0-Erfolg. Man hat das dann, es gab so acht Minuten, die ersten acht Minuten, die musste der FC eh schon überstehen, da hat sich ein bisschen Druck gemacht. Danach hat eigentlich genau der FC Ernstgebürger genau das gezeigt, was er machen muss. Er ist aufgetreten, wie ein Drittligist und hat das Spiel bestimmt und hat dann in der zweiten Halbzeit sich ein bisschen zurückfallen lassen, um auf Konter Möglichkeiten zu lauern. Und ist mit diesem System quasi ganz gut gefahren, weil dem FSV auch nicht gerade viel eingefallen ist dann noch in der zweiten Hälfte.
Martin van Elten
01:20:26
Und Marcel Bär macht ja dann das 2-0, macht den Schnullerjubel, das ist mir auch sofort aufgefallen, hat das dann ja auch nochmal aufgeklärt. Seine Freundin ist schwanger, ich glaube, ist auch schon das zweite Kind für ihn. Können wir schon gratulieren, herzlichen Glückwunsch dazu. Marcel Bär ist ja sowieso gerade so eine große Frage. Paul, du hast ja auch mit ihm, glaube ich, gesprochen und das ist ja wahrscheinlich auch so gerade die Frage, die alle umtreibt, wie geht es da weiter?
Paul Steinbach
01:20:52
Ja, das ist die entscheidende Frage. Ihr habt ja auch schon viel über Marcel Bär gesagt, nur von meiner Seite ist so viel dazu. Für mich war Marcel Bär in den letzten Jahren Zeitzeit im Wechsel von 1860 München nach Aue, die Lebensversicherung des FCE. Er hat in jeder Saison für den FCE zweistellig getroffen, hat im Endeffekt die Mannschaft aus seinen Schultern getragen und wer im Alter von 33 Jahren in wettbewerbsübergreifend 25 Pflichtspielen in dieser Saison nach einem Achilles-Szeneriss 14 Tore schießt, der gehört eigentlich nicht in die Regionalliga. Das ist leider so auf der anderen Seite ist es so, dass es unheimlich wichtig wäre für den FC Erzgebirge diese Spieler zu halten, weil er alleine dafür sorgen kann dass der FC Erzgebirge oben mitspielt es wird in der Regionalliga keinen Stürmer geben, der diese Abschlussstärke hat, der diese Erfahrung mitbringt und noch auf so einem, Leistungsniveau ist Problem ist, es werden auch andere Vereine so sehen. Schubertice hat mir nach dem Spiel gesagt, dass der FCE alles dafür tut, Marcel Bär zu halten. Er hat auch gesagt, dass Marcel Bär selbst wollen würde, dass der Verein will, dass man sich aber einigen muss. Das heißt letzten Endes, es geht da auch ums Geld und das muss Marcel Bär dann selbst entscheiden. Ich habe ihn oft genug gefragt, ich glaube, er konnte die Frage auch von mir gar nicht mehr hören. Es geht ja im Endeffekt darum, dass man ja irgendwas erfahren will, und es war immer wieder dasselbe Stand, es war alles offen er führt Gespräche er führt grundsätzlich Gespräche mit jedem, aber was dann letzten Endes dabei herumkommen wird das wird die Zukunft zeigen, das werden in den nächsten Wochen zeigen, Schubi Dietze hat mir gesagt es wird vielleicht nur noch zwei Wochen dauern bis der komplette Kader steht nun ist schon wieder eine halbe Woche rum, also bleiben wir uns noch zehn Tage. Also können wir vielleicht schon in maximal zehn Tagen wissen, ob Marcel Bär beim FC Ersgebirge bleibt oder nicht.
Martin van Elten
01:23:09
Florian, uns ist auch noch was aufgefallen bei Instagram.
Florian Dawin
01:23:13
Ja, wir als Social Media Heinis, so werden wir ja auch manchmal betitelt von Nicht-Anwesenden. Grüße an Stickharts. Haben wir erkannt, dass Marcel Bär einen schönen Post gemacht hat, damit seine Agentur abgesetzt hat und da waren ja lila Blumen im Hintergrund und wir haben das jetzt erstmal so Gender-Reveal-mäßig, also diese Partys, wo man dann eben das Geschlecht veröffentlicht, haben wir jetzt einfach mal als gutes Zeichen genommen und als gutes Ohm. Das für unsere Hörer, die das bestimmt aber auch schon gesehen haben.
Martin van Elten
01:23:46
Ja, es ist nur eine Anekdote, aber ich finde das auch immer interessant, wenn die Agenturen dann selber kommunizieren, anfangen zu kommunizieren, sind ja auch ein paar spannende Sachen immer dabei, also zum Beispiel Ballarbeit, die Agentur, wo jetzt Majeczak war, da ist dann auch wieder von denen einer von uns zu uns gewechselt, Majeczak jetzt weg, also man ist da ja auch in so fliegenden Transfers teilweise mit diesen Agenturen. Ja, vielleicht nochmal zum Sachsen-Pokalsieg. Es ist, glaube ich, der fünfte Sieg insgesamt. Der erste seit zehn Jahren. Und damit hat man sich für den DFB-Pokal qualifiziert. Das ist am 21. bis 24. August oder 1. und 2. September, wenn es dann die Bayern wären oder Borussia Dortmund. Und damit ist es gut einen Monat nach dem Regionalliga-Start am 24. bis 26. Juli. Da geht es nämlich schon weiter in der Liga. Ja, nochmal weiterschauend auf die Neu- und Abzügeab... Ich würde da jetzt nicht im Detail drauf eingehen, aber es sind ja schon einige dabei. Luckenwalde, Greifswald, Chemie Leipzig, Mäusewitz. Vielleicht kann uns da Tobias ein bisschen was zu sagen und auch zu den vier Abgängen, die ich jetzt schon sagen würde, die feststehen mit Majetscher, Klausen, Schmidt und Zobel.
Tobias Düsterdick
01:24:57
Also mit Zobel, das war natürlich klar, dass der natürlich nicht bleiben wird, dass er zurück nach Paderborn jetzt natürlich gehen wird. Ich meine, letztlich gesehen, denn die sind ja gestern triumphal sozusagen oder vorgestern in die erste Liga wieder aufgestiegen. Majetschak, der ist ja mit sehr, sehr bitteren Tönen gegangen, sag ich jetzt auch mal, mit sehr, sehr kritischen Tönen. Also wenn du sozusagen bei deinem Noch-Arbeitgeber den alten Chef noch irgendwie lobst, das ist dann, du sagst so, okay, rafft euch das jetzt mal wieder jetzt irgendwie zusammen. Ja, es ist da irgendwie auch sehr, sehr vielsagend gewesen. Also ich glaube, da wird es am Ende halt auch um das Geld gegangen sein. Also ich meine, wenn es da um das Thema Wertschätzung ging, da hat sich jetzt für mich so ein bisschen so das Thema Geld jetzt auch so ein bisschen rausgeholt. Ich muss mal sagen, der war jetzt ja auch so ein bisschen länger da und... Mika Klausen, also ich habe mich ja damals im Sachsen-Sparkal-Halbfinale jetzt auch so ein bisschen länger beobachtet, der hing ja eigentlich auch nur noch am Handy, also ich denke, da war ja auch am Ende so, dass wir auch gar nicht mehr in Wolf und im Grunde gesehen war der ja auch schon vor dieser Saison ja eigentlich auch fast schon weg. Also insofern, da werden leider jetzt noch weitere folgen, aber ja, und so den Neuzugängen, muss ich ehrlicherweise sagen, da muss ich mich erst noch so ein bisschen einlesen, muss ich vielleicht erst noch so ein bisschen Expertise gewinnen, aber ich glaube, das sind alles kampferfahrene Leute in der Regionalliga und ich glaube, es wird eine große Überraschung werden jetzt auch für uns und für die Fans des ESS-Gebirge Aue, was das jetzt so für Typen sind und wie die jetzt auch so ein bisschen, wie die auch miteinander harmonieren werden. Aber was ich jetzt schon mal sagen kann, die Regionalliga, das wird jetzt kein, Spaziergang, ich glaube, das ist eine ganz, ganz eklige und giftige Liga.
Martin van Elten
01:26:58
Nils Lisek kann man auch nochmal sagen, Derby hält bei Chibi Leipzig gegen Lok. Auf jeden Fall haben sie das Derby gewonnen. Müssen wir auch nochmal Max Ulich natürlich nennen, der seinen Vertrag jetzt ja gerade heute verlängert hat. Wir nehmen heute Mittwoch auf und damit hat man ja auch schon kommuniziert, er soll im Kampf um Platz 1 gehen. Also klingt für mich jetzt nicht nach einem Abgang von Mendel aktuell, ist aber auch abzuwarten. Und genau, an den Abgang von Edelmajčak würde ich auch nochmal direkt einen Kommentar von Helge Leonhard anschließen. Also ich habe noch einen anderen Helge der Woche. Der Helge der Woche hat sich nochmal an das DFB-Pokalfinale 2019 erinnert. War ein gutes Erlebnis damals. Also auch spannend, dass er früher auch zum DFB-Pokalfinale gegangen ist. Und Helge Leonhard hat zu Edel Majeczak gesagt, danke Erik für deine ehrlichen Zeilen, alles erdenklich Gute für dich, ich bin stolz, wie du dich als Persönlichkeit entwickelt hast und erinnere mich noch an die Zeit, als es dich vor sieben Jahren verpflichtete. Ja, auch interessante Interessantes-Framing, dass Helge ihn dann persönlich geholt hat, aber Tobias, du hattest ja schon gerade gesagt, ich glaube, er hatte Heydrich erwähnt, er hatte Dotchef erwähnt und er hatte Helge Leonhard erwähnt.
Tobias Düsterdick
01:28:11
Genau, und im Grunde sagt er ja im ersten Satz, danke, dass du mir recht gegeben hast, Bro.
Martin van Elten
01:28:19
Ja, gut. Dann habt ihr jetzt noch die Möglichkeit, allerletzte Saisonabschlussworte oder Saisonanalyse-Worte zu bringen, bevor ich dann noch mal eine Einladung an unsere Hörer ausspreche. Danke, dass du heute da warst. Paul, ich glaube, es hat auch noch mal geholfen, ein paar Sachen länger einzuordnen und ich glaube auch mit dem Artikel, den du geschrieben hast, haben wir ja auch anhand der Thesen mitdiskutiert, hast du auch relativ gut alles zusammengefasst und ja auch ins Schwarze getroffen, was viele Fenster ja wahrscheinlich auch schon geschrieben haben oder rückgemeldet haben.
Paul Steinbach
01:28:57
Erstmal vielen Dank für die Einladung. Hat Spaß gemacht, mit euch über den Verein zu sprechen und über das, was in der Saison passiert ist. Meine Abschlussworte? Ja, gute Frage. Alles muss anders? Bitte?
Martin van Elten
01:29:17
Alles muss anders?
Paul Steinbach
01:29:19
Ja, irgendwie schon. Der FC Erzgebirge muss diesen Neuanfang, der sich ja jetzt gibt, also es gibt ja die Chance des Neuanfangs und diese Chance muss der FC Erzgebirge nutzen. Die größte Chance, um aufzusteigen, ist im ersten Jahr und da darf man sich in überhaupt gar keiner Hinsicht Fehler erlauben, wenn es funktionieren soll, sofort wieder hochzugehen, zurück in den Profifußball zurückzukehren, und da geht es auch schon bei der Kaderplanung los. Wir haben uns gerade über Majeczak gesprochen. Ich halte es für einen Fehler, ihn gehen zu lassen. Ich halte es für einen Fehler, vielleicht nicht das nötige Geld in die Hand genommen zu haben, um ihn doch noch hier zu behalten. Er hatte mir das mehrfach betont, dass er dem FC Erzgebirge unbedingt dabei helfen will, wieder in den Profi-Fußball zurückzukehren. Er hat den FC Erzgebirge als seinen Herzensverein bezeichnet und wollte unbedingt und diese Katastrophensaison reparieren. Und er wäre ein Leistungsträger gewesen, er wäre ein Führungsspieler gewesen, er wäre einer dieser Charaktere gewesen, den du in der Regionalliga unbedingt brauchst. Diesen Spieler hast du jetzt verloren und dann muss man natürlich gucken, was dann jetzt noch verpflichtet wird in den kommenden Wochen. Ich hätte dann arge Zweifel, wenn die Kaderplanung, die Kaderzusammenstellung so abläuft, wie es jetzt gerade den Eindruck erweckt. Für mich ist noch kein Spieler dabei, bei dem ich sage, das ist ein Spieler, der den FC Erzgebirge wirklich zurückführen kann. Vielleicht ist es ganz bewusst so gemacht, weil noch viele Spieler bleiben werden. Es ist ja bisher noch unklar, welche Spieler denn überhaupt noch bleiben, die aktuell zum Kader gehören. Insofern muss man abwarten, welches Bild sich dann in den nächsten Wochen vervollständigt. Aber Fakt ist, dass der FC Erstgebirge viele Dinge anders machen muss als in den letzten Jahren und vor allem Geduld beweisen muss. Das ist ganz wichtig. Es wird in dieser Regionalliga Phasen geben, in denen Aue sicherlich auch mal Spiele verliert. Es ist eine enge Liga. Es gibt viele Teams in diesem Jahr, die die Chance nutzen wollen, direkt aufzusteigen. Und da muss man Geduld an den Tag legen und vor allem den handelnden Personen das Vertrauen schenken. Und das ist dann vor allem in erster Linie Quichas Schuppetize. Er hat für mich in den letzten Monaten etwas geschafft, was in den letzten Jahren Dotschev, Hertel und Dabrowski allesamt nicht geschafft haben. Nämlich innerhalb eines Spiels die richtigen Schlüsse zu ziehen aus Situationen, wo es überhaupt nicht läuft. All seine Umstellungen, die er während eines Spiels getroffen hat, da kann man wirklich jedes einzelne Spiel durchgehen, haben dazu geführt, dass letzten Endes dann noch ein Punktgewinn drin war. Und wenn Schubitice das auch in der Regionalliga gelingt und er dazu auch noch eine gute Mannschaft beisammen hat, mit Führungsspielern, vielleicht auch mit mehr Spielern aus dem jetzigen Kader, wie man sich vielleicht zuvor erwartet oder gedacht hätte, dann hat der FCE gute Chancen, wirklich oben mitzuspielen. Soviel zu meinem Saisonabschluss oder Vorausblick.
Martin van Elten
01:32:32
Tobi, kannst du dich da anschließen? Oder was würdest du sagen, was sind die... Die taktischen Kniffe, die man umstellen sollte. Wahrscheinlich vor allen Dingen erst mal ein Gerüst bilden.
Tobias Düsterdick
01:32:43
Auf jeden Fall ein Gerüst bilden. Und vor allen Dingen aber auch, so wie Paul das ja auch gesagt hat, Geduld haben, aber auch zu wissen, das wird kein Selbstläufer werden. Ich glaube, da sind ja schon viele Absteiger einfach auch daran gescheitert, dass sie dann einfach auch denken, okay, wir sind nicht die Absteiger, wir haben jetzt hier den finanziell größten Kader. Das wird nicht funktionieren. Also ich denke, das wird eine ganz, ganz knüppelharte Saison und ich denke, wir sollten uns jetzt hier, also das ist meine persönliche Einzige, sagen, okay, wir sollten uns auf die ganzen kleinen Highlights der Saison freuen, nach Erfurt zu fahren, nach Jena zu fahren, zur BSG Chemie Leipzig zu fahren und so weiter und so fort, denn das könnte ja auch ganz schöne Highlights sein.
Martin van Elten
01:33:29
Florian?
Florian Dawin
01:33:30
Ja, ich hoffe, dass der reinige Gewitter oder der reinige Sturm kommt jetzt, oder war diese Saison, sodass wir nächstes Jahr dann in der Regionalliga uns gut beweisen können und freue mich aus der Fanperspektive einfach auch noch auf einige oder fast alles Stadien, die ich so in dieser Form noch nicht bereist habe. Also beispielsweise das Erfurter Stadion kenne ich noch als Steigerwaldstadion zu Zweitliga-Zeiten mit Aue. Das ist dann schon noch mal was ganz anderes gewesen. Damals glaube ich für, Gästeblockkarte 3 Euro. Das ist auch noch was ganz anderes gewesen. Und bin auch, ich finde das auch spannend jetzt für uns als Podcast, die den Verein da begleiten, diese Liga sich anzugucken, weil das ist ja Neuland für uns. Da kommt ja von den Vereinen und Spielern noch mal ganz anderes auf uns zu bei der Vorbereitung, der Nachbereitung. Und ich hoffe, alles wird anders.
Martin van Elten
01:34:31
Das ist doch ein schöner Abschluss. Ja, auch von meiner Seite. Danke für die Diskussion. Ich möchte gar nicht auf so viel eingehen, sondern alle Hörer auch nochmal einladen. Wir werden nämlich eine Sonderakt, wir werden ein Hörertreffen oder eine Aufnahme machen zur 100. Folge rund um das Schalke-Spiel. Das ist am 19. Juli um 14 Uhr. Also kauft euch da Tickets und haltet euch mal den Samstagabend frei. Da suchen wir gerade noch eine Möglichkeit, mit euch zusammen uns zu treffen und nochmal dann auszudiskutieren, wie diese Saison gelaufen ist und natürlich auch schon auf die neue Saison, die dann eine Woche später beginnt. Und ja, lasst uns dazu gerne eine Nachricht mit, lasst uns dazu gerne wissen, wenn ihr teilnehmen wollt, schreibt uns eine Nachricht oder einen Kommentar, wir werden dazu bestimmt auch nochmal die ein oder andere Umfrage machen, um das dann in einem Rahmen zu planen, je nachdem wie viele Leute das auch interessiert, wie viele da vorbeikommen, kann man ja schwer einschätzen, wie viele Leute auch sich einen Samstagabend mit uns geben wollen oder auch nicht. Und ja, bleibt mir auch nichts übrig, als nochmal Danke zu sagen für über 100 Bewertungen, die wir jetzt auf Spotify haben, habe ich auf jeden Fall bemerkt, dass meine Aufrufe hier uns zu bewerten helfen. Ja, empfehlt uns gerne weiter. Wenn euch auch die Sonderfolge jetzt gefallen hat zum Saisonabschluss, bleibt uns gewogen und in diesem Sinne wir sehen uns dann in Aue. Ciao.
Tobias Düsterdick
01:36:00
Ciao, ciao.